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Die Gesprächsrunde fand am 17. Juli 2020 statt.

Die Problematik in der Nachsorge:
Patienten werden nicht immer ausreichend während eines Klinikaufenthalts und seitens der Ärzte für und über die Nachsorge aufgeklärt.

Leitfaden

Ein Leitfaden für die Nachsorge, könnte unter anderem beinhalten:

  1. Wundpflege
  2. Medikamente (Schmerzmittel, Antibiotika, Blutverdünner, ...)
  3. Krankschreibung / ab wann wieder arbeiten, Sport usw.
  4. Fäden ziehen
  5. Kompression / Lymphdrainage
  6. Belastbarkeit
  7. Kontrolltermine-Turnus
  8. mögliche Komplikationen.
  9. Informationen an den weiterbehandelnden Arzt.

Dieser Leitfaden könnte auch in der Vorbereitung einer Operation, eines Eingriffs genutzt werden, um zum Beispiel zu klären: was ist normal, womit muss ich rechnen, wie erkenne ich eine echte Komplikation?

Spezialisten für die Nachsorge

Wünschenswert wäre, dass die Nachsorge durch einen Spezialisten erfolgt.
Doch was ist, wenn die Spezialisten mit einem großen Anfahrtsweg verbunden sind?

Da die Erreichbarkeit der Spezialisten für die Patienten ein Problem ist, andere Lösungen finden:

  • Kontakt zum operierenden Arzt auch per Mail, ggf. mit Fotos.
  • ausführlichen, verständlichen Arztbrief mit Hinweisen für den Heimarzt.
  • bei Komplikationen die Ärzte in den direkten Austausch bringen.
  • CasemanagerIn zur Betreuung der Patienten.

Die Nachsorge sollte auch durch einen Gefäßfacharzt in Wohnortnähe, den man sowieso für Fragen und Betreuung zwischen den Kontroll- und Eingriffterminen kennt, durchführbar sein. Vielleicht kennt seinen Spezialisten einen Facharzt in Wohnortnähe für die Nachbetreuung und Betreuung.

Desweiteren sollte mindestens eine jährliche Kontrolluntersuchung bei einem Spezialisten erfolgen.

Persönliche Mitarbeit bei der Nachsorge

Aus den Erfahrungen zeigte sich, dass auch bei professioneller Nachsorge Patienten selbst einiges tun können, um die Nachsorge im Überblick zu behalten.

  • Ausführliche Entlassberichte mitgeben lassen, für eventuell auftretende Komplikationen, die man dann bei örtlich ansässigen Ärzten vorzeigen kann.
  • Es ist wichtig, die im Krankenhaus verordnete Anfangsmedikation zu kontrollieren und der Genesungsphase anpassen zu lassen. Dauer, Art des Medikamentes und Dosierung sind häufig nach einiger Zeit zu verändern.
  • Wenn man eine eigene Stammapotheke hat, kontrollieren sie dort per PC Dosierungen, Wechselwirkung, Medikamentenauswahl. Apotheker können dazu weiter beraten und Argumentationshilfen für die Gespräche mit dem Arzt liefern.
  • Wichtig und von sehr großer Bedeutung ist die allgemeine Kommunikation zwischen Patient und Arzt und den Ärzten untereinander.
  • Arztbriefe unbedingt lesen und auch verstehen können.
    Die Arztbriefe unbedingt auf Korrektheit kontrollieren, denn oftmals werden sie von Internisten oder vom an der Behandlung unbeteiligten Personal und nicht vom behandelnden Spezialisten geschrieben. Bei fehlerhaften Aussagen im Arztbrief diesen sofort berichtigen lassen.
    Im Internet lassen sich Arztbriefe kostenfrei "Übersetzen" unter zum Beispiel: www.washabich.de.

Fazit

Es gibt Möglichkeiten, die Nachsorge zu Hause aufgeklärt und heilungsfördernd zu gestalten und die systembedingten Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Manchmal müssen Patienten dazu freundlich-hartnäckig werden/sein!

Zentrale Notaufnahme (ZNA)

Erfahrungsaustausch über die notfallmäßige Aufnahme in der Zentralen Notaufnahme (ZNA):

Es gibt Erfahrung, dass man in Notfällen den "ärztlichen Bereitschaftsdienst (ärztlicher Notdienst, Tel.: 116117) eher nicht kontaktieren sollte, sondern besser selbst in die ZNA fahren oder die 112 anrufen sollte. Wenn möglich, kann eine zweite vertraute Person beim Besuch der ZNA hilfreich sein.

Der Mitglieder-Austausch im Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V. ist keine medizinische und/oder rechtliche Beratung und spiegelt ausschließlich den individuellen Gesprächsstand der Beteiligten wider. Im Verlauf geäußerte und hier wiedergegebene Ratschläge und Tipps sind jeweils nur als Einzelmeinungen zu betrachten.