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Die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für Gefäßanomalien e.V. (DiGGefa) ist ein Zusammenschluss angesehener medizinischer Experten für das seltene Krankheitsbild der Gefäßanomalien.
Seit Gründung ist der Bundesverand Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V. als Patientenvertretung im Beirat.

Die Empfehlungen können sich jederzeit ändern und werden bei Bedarf aktualisiert.
Stand: 26. März 2020
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Erkrankung COVID-19 nun offiziell als Pandemie deklariert. In den meisten Fällen führt COVID-19 allenfalls zu einer leichten Atemwegsinfektion. In wenigen Fällen kann die Krankheit jedoch schwerwiegender sein und einen Krankenhausaufenthalt oder sogar eine Intensivpflege erfordern. Nähere Informationen werden regelmäßig durch das Robert-Koch Institut publiziert: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Empfehlungen für die allgemeine Öffentlichkeit

Im Allgemeinen ähneln die Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung von SARS-CoV-2 anderen Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Patienten mit komplizierten Gefäßanomalien sollten hinsichtlich der Infektionskontrolle genauso wachsam sein wie in der typischen Grippesaison. Die wichtigsten Empfehlungen zur Verhinderung der Übertragung sind:

  • Schütteln Sie nicht zur Begrüßung die Hände, hierbei kann es zu einer Übertragung kommen.
  • Vermeiden Sie Menschenmassen, Versammlungen in großen Gruppen oder engen Kontakt mit kranken Menschen
  • Einen Abstand von mindestens 1,5 m oder besser 2 m von anderen Menschen einzuhalten ist eine wichtigste Maßnahme
  • Niemals in Richtung anderer Menschen nießen, idealerweise in ein Taschentuch oder in die Ellenbeuge
  • Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie krank sind, um keine anderen Menschen anzustecken oder auch, wenn Sie ein hohes Erkrankungsrisiko haben (siehe unten), um eine Ansteckung zu vermeiden.
  • Führen Sie eine ordnungsgemäße Handwäsche mit Seife durch oder verwenden Sie häufig ein Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis.
  • Verwenden Sie Gesichtsmasken (Nasen-Mund-Schutz) nur, wenn Sie krank sind.
  • Bei schwereren Symptomen als für eine Erkältung üblich, zum Beispiel bei Kurzatmigkeit, kontaktieren Sie Ihren Arzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen

häufig gestellte Fragen - Allgemeines

Symptome können innerhalb von 2 bis 14 Tagen nach Exposition gegenüber dem Virus auftreten, die folgenden Symptome sind die häufigsten:

  • (Trockener) Husten
  • Fieber
  • Erschöpfung
    Nur seltener, anders als bei einer gewöhnlichen Erkältung:
  • Kopfschmerzen, Halsschmerzen, triefende Nase
  • Es wird angenommen, dass sich Corona-Viren von Person zu Person durch das Einatmen von Tröpfchen aus dem Atemtrakt ausbreiten, die beim Husten oder Niesen einer infizierten Person entstehen.
  • Eine Person kann wahrscheinlich auch krank werden, indem sie eine Oberfläche oder einen Gegenstand berührt, auf dem sich das Virus befindet, und dann ihre eigene Nase, Augen oder ihren eigenen Mund berührt. Waschen Sie daher Ihre Hände regelmäßig und versuchen Sie, Ihr Gesicht nicht zu berühren, es sei denn, Sie haben gerade Ihre Hände gewaschen.

häufig gestellte Fragen von Patienten mit Gefässanomalien

Im Allgemeinen gilt: Setzen Sie keine Medikation ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Dies bleibt in jedem Fall eine Einzelentscheidung.
  • Ältere Erwachsene (über 60 Jahren)
  • Menschen mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen wie:
    • Diabetes mellitus
    • Herzerkrankungen und spezifische Probleme im Zusammenhang mit GA: Perikarderguss, pulmonale Hypertonie und / oder andere Herzfunktionsstörungen aufgrund einer Gefäßanomalie
    • Lungenerkrankung und spezifische Probleme im Zusammenhang mit GA: Pleuraerguss und / oder Lungenbeteiligung oder Erkrankung aufgrund einer Gefäßanomalie, Lungenembolie und / oder mehrfache Lungeninfektionen in der Vergangenheit; GA, die die Atemwege beeinträchtigen oder Patienten, die Medikamente einnehmen, die Symptome von Atemwegsleiden verschlimmern können
    • Hypertonie (Bluthochdruck)
    • Pateinten mit akuten oder chronischen Nieren- oder Leberfunktionseinschränkungen
    • Patienten mit bisher nicht vollständig geheiltem Krebs

Was soll ich tun, wenn ich ein Immunsuppressivum einnehme? Sollte ich oder mein Kind aufhören, dieses Medikament einzunehmen?

  • Basierend auf den aktuellen CDC-Aussagen und der Behandlung der jüngsten Influenza-Ausbrüche wird empfohlen, das Medikament weiter einzunehmen, es sei denn, bei Ihrem Kind / Ihnen oder einem unmittelbaren Familienmitglied oder einem engen Kontakt wird COVID-19 diagnostiziert bzw. ist ein SARS-CoV-2 Test positiv.
  • Bitte besprechen Sie Ihre Medikamente mit Ihrem Arzt. Diese Entscheidung wird immer patientenindividuell sein.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind krank werden, besprechen Sie die Anwendung des Immunsuppressivums zusammen mit anderen Pflegeanweisungen mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt kennt Sie oder Ihr Kind am besten und kann diese Entscheidungen speziell in Bezug auf Diagnose, Medikamente, Medikamentenmenge und Risiko treffen.
  • Setzen Sie KEINE Medikamente ab, es sei denn, Sie werden von Ihrem Arzt dazu aufgefordert. Diese Entscheidung wird immer patientenindividuell sein.
  • Befolgen Sie die hier aufgeführten Vorsichtsmaßnahmen.
  • Basierend auf den aktuellen CDC-Aussagen und der Behandlung der jüngsten Influenza-Ausbrüche wird empfohlen, das Medikament einzunehmen, es sei denn, bei Ihrem Kind / Ihnen oder einem unmittelbaren Familienmitglied oder einem engen Kontakt wird COVID-19 diagnostiziert.
  • Bitte besprechen Sie Ihre Medikamente mit Ihrem Arzt.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind krank werden, besprechen Sie diese Wirkstoffe zusammen mit anderen Pflegeanweisungen mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt kennt Sie oder Ihr Kind am besten und kann diese Entscheidungen speziell in Bezug auf Diagnose, Medikamente, Medikamentenmenge und Risiko treffen.
  • Setzen Sie KEINE Medikamente ab, es sei denn, Sie werden von Ihrem Arzt dazu aufgefordert. Diese Entscheidung wird immer patientenindividuell sein.
  • Befolgen Sie die hier aufgehführten Vorsichtsmaßnahmen.
  • Wenn ein Patient keine zugrunde liegende Herz- oder Lungenerkrankung hat, setzen Betablocker niemanden einem höheren Risiko aus.
  • Betablocker sind keine Immunsuppressiva, ABER sie können die Symptome einer Viruserkrankung wie keuchenden Husten verschlimmern. Wenn ein Säugling an Lungensymptomen erkrankt ist, sollte sofort sein Arzt angerufen werden, um die Fortsetzung der Betablocker zu besprechen. Brechen Sie die Medikation NICHT ohne die Empfehlung Ihres Arztes ab.
  • Wenn ein Patient ein Hämangiom der Atemwege hat und COVID-19 ausgesetzt war oder Symptome aufweist, sollte unverzüglich der behandelnde Arzt benachrichtigt werden.
  • Medikamente gegen Krampfanfälle sollten unbedingt weiterhin eingenommen werden, wenn Sie oder Ihr Kind eine positive Exposition oder Symptome haben, sofern Ihr Arzt nichts anderes empfiehlt.
  • Fieber senkt die Anfallsschwelle, daher sind diese Medikamente dann besonders wichtig.
  • Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt, bevor oder ob Sie / Ihr Kind eine positive Exposition oder Symptome haben.
  • Es sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen (v. a. Abstand halten und Hände waschen) wie oben angegeben befolgt werden.
  • Jeder Patient braucht nach einer OP Zeit, um sich zu erholen. Daher ist es wichtig, sich von symptomatischen Menschen fernzuhalten und Lungenübungen durchzuführen, um die Lungenfunktion optimal zu erhalten.
  • Viele Einrichtungen beschränken ganz aktuell chirurgische und interventionelle Eingriffe derzeit nur auf die kritischsten Fälle. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihr behandelndes Zentrum.
  • Es ist sehr wichtig, sich von Ihrem Arzt beraten zu lassen.
  • Wenn Sie ins Krankenhaus eingeliefert werden, besprechen Sie Ihren speziellen Fall mit Ihrem Spezialisten für Gefäßanomalien, dieser kann das Vorgehen auch mit dem lokalen Ärzteteam besprechen.
  • Wenn Sie bettlägerig sind und eine Gefäßfehlbildungen haben, die Gerinnungsstörungen (Thrombosen) verursachen kann oder in der Vergangenheit Thrombosen hatten, machen Sie die behandelnden Ärzte bitte hierauf aufmerksam.
  • Wenden Sie sich an Ihren Arzt, um sicherzustellen, dass Sie über genügend Medikamente und Vorräte verfügen, falls in Ihrer Gemeinde COVID-19 ausbricht und Sie möglicherweise zu Hause bleiben müssen.
  • Halten Sie sich von kranken Personen fern. Abstand zu anderen Menschen mindestens 2 m.
  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen.
  • Waschen Sie Ihre Hand häufig (siehe oben).
  • Wenn es in Ihrer Gemeinde zu einem Ausbruch kommt, bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause und befolgen Sie alle lokalen Empfehlungen.
  • Wenn Sie krank werden, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind nicht ambulant versorgt sind und eine Gefäßanomalie haben, bei der Sie einem hohen Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) ausgesetzt sind, stellen Sie bitte sicher, dass Ihre behandelnden Ärzte sich dessen bewusst sind. (Dies gilt, wenn in der Vergangenheit Blutgerinnsel, Thrombosen, Gerinnungsstörungen oder große ektatische Venen aufgetreten sind.)
  • Bitte rufen Sie Ihren Hausarzt an, wenn Sie oder Ihr Kind krank sind, und fragen Sie nach den nächsten Schritten.
  • Wenn Sie KEINEN Hausarzt oder kein Interdisziplinäres Zentrum für Gefäßanomalien haben, können Sie die Notaufnahme oder das Notfallzentrum anrufen und nach den nächsten Schritten fragen.
  • Wenn bei Ihnen kritische Symptome wie Atemnot, starke Brustschmerzen, blaue Lippen oder Delir auftreten, rufen Sie bitte einen Krankenwagen.
  • Die CDC empfiehlt Personen, die gesund sind, keine Gesichtsmaske zu tragen, da ein erhöhtes Risiko besteht das Gesicht zu berühren, ohne sich vorher die Hände gewaschen zu haben.
  • Tragen Sie eine Gesichtsmaske nur, wenn dies von Ihrem Arzt empfohlen wird.
  • Tragen Sie jedoch eine Gesichtsmaske, wenn Sie symptomatisch sind (Husten, Fieber, Halsschmerzen), um das Risiko einer Krankheitsübertragung auf Andere zu verringern.
  • Wenn sich COVID-19 in Ihrer Gemeinde verbreitet, ergreifen Sie zusätzliche Maßnahmen, um Abstand zu halten. Versuchen Sie, immer 2 Meter von anderen Menschen entfernt zu sein. Vermeiden Sie persönlichen Kontakt (Händedruck, Umarmungen). Bleiben Sie so oft wie möglich zu Hause und vermeiden Sie Menschenansammlungen oder schlecht belüftete Orte.
  • Vermeiden Sie aktuell jede nicht absolut notwendige Reise, auch im Inland.
  • Es ist wichtig, eine regelmäßige klinische Betreuung aufrechtzuerhalten.
  • Viele Zentren bieten auch virtuelle Besuche (z. B. per Telekonferenz) an.
  • Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, um Ihre Optionen zu besprechen.

Haftungsausschluss

Nationale und internationale Spezialisten für Gefäßanomalien haben gemeinsam dieses FAQ-Informationsblatt zu COVID-19-Informationen für die Bevölkerung entwickelt. Bitte denken Sie daran, dass dies nur allgemeinen Informationszwecken dient. Diese Informationen stellen keinen Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder einen anderen Gesundheitsdienstleister, da dieser mit Ihrer Situation am besten vertraut ist.
Die COVID-19-Informationen ändern sich täglich. Die aktuellsten Informationen finden Sie unter anderem auf den oben genannten Internet-Seiten.

Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für Gefäßanomalien e.V.
Ernst-Grube-Straße 40
06120 Halle (Saale)
https://www.diggefa.de

Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers: DiGGefa e.V., 26.03.2020.
Original: https://www.diggefa.de/files/diggefa_site/content/fotos/news/200326-c19-info/200326_diggefa-info-covid-19.pdf