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Der weltweite Ausbruch des neuartigen Coronavirus hat seit einigen Wochen auch Deutschland erreicht. In den Medien wird regelmäßig über den aktuellen Stand und neue Erkenntnisse berichtet. Da aktuelle Informationen überall verfügbar sind, sich die Datenbasis sehr rasch erweitert und zudem einzelne Quellen von unterschiedlichen Personen und Instituten anders bewertet werden, verzichten wir an dieser Stelle auf eine Darstellung der Symptome.

Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch möglich sind auch Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen (hier halten sich Viren stundenlang) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung) liegt im Mittel bei 5–6 Tagen, in Einzelfällen bei 1 bis 14 Tagen.

Es ist wichtig, die verschiedenen Maßnahmen zu ergreifen, die eine Ausbreitung dieses Virus verzögern und auch das Risiko zu minimieren, dass Sie oder Ihre Familienmitglieder durch das Virus erkranken.

Bisher sind nur wenige gesicherte Informationen zum Krankheitsverlauf unter Berücksichtigung Angeborener Gefäßfehlbildungen verfügbar. Mit zunehmendem Wissensstand wird die Seite weiterhin aktualisiert.

Das aktuelle Coronavirus verursacht vielfältige Symptome und verläuft bei einzelnen Altersgruppen und vorbelasteten Patienten unterschiedlich. Es gibt symptomlose und milde Verläufe und Verläufe mit schweren Pneumonien bis zu mit Lungenversagen und Tod.

Risikogruppen

Schwere Verläufe treten auch bei Personen ohne Vorerkrankung und auch bei jüngeren Patienten auf, die folgenden Personengruppen haben aber nach bisherigen Erfahrungen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • Ältere (mit stetig steigendem Risiko ab etwa 50–60 Jahren),
  • Raucher,
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck) oder der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankung,
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison, Sirolimus u.ä. Medikamente).

Gehören ich oder mein Kind mit einer Angeborenen Gefäßfehlbildung zur Risikogruppe?

Nein, nicht generell.
Betroffen sein können (nach dem, was bisher bekannt ist) Patienten mit einer Beteiligung der Atemwege oder der Lungen, des Herzens, einer Störung der Blutgerinnung, Patienten, die Medikamente einnehmen, die Symptome von Atemwegsleiden verschlimmern können, Patienten, die ein Immunsuppressivum oder ein Chemotherapeutikum einnehmen.
Setzen Sie bitte keine Medikamente ab, es sei denn, Sie werden von Ihrem Arzt dazu aufgefordert. Diese Entscheidung wird immer patientenindividuell sein. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt, er kennt Sie oder Ihr Kind am besten und kann Entscheidungen speziell in Bezug auf Diagnose, Medikamente, Medikamentenmenge und Risiko treffen.

Kann ich Blutverdünner (weiter) einnehmen?

Ja, die Einnahme von Blutverdünnern scheint nicht beeinträchtigt.

Kann ich Antibiotika (weiter) einnehmen?

Der Einsatz von Antibiotika kann in der Regel fortgesetzt werden. Bei Auftreten von Symptomen fragen Sie Ihren Arzt.

Paracetamol oder Ibuprofen - Welche Schmerzmittel sind bei einer Infektion mit dem Coronavirus geeignet?

In der Presse gibt es Meldungen, dass Ibuprofen und weitere Substanzen aus der Gruppe der NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Diclofenac und Naproxen, in Kombination mit einer Infektion mit dem Coronavirus ungünstig sein könnten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht aber über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei COVID-19-Patienten.
Patienten mit einer Angeborenen Gefäßfehlbildung sollten beachten, dass Ibuprofen, und stärker noch ASS, die Blutgerinnung hemmen.
Bei der Schmerzbehandlung und bei Fieber kann man sich häufig für Paracetamol entscheiden, statt für NSARs wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Wenn die Schmerzen nicht mit Paracetamol zu verringern sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und suchen Sie gemeinsam nach einer geeigneten Lösung.

Wer hilft mir bei weiteren Fragen?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt, Hausarzt oder einen anderen Gesundheitsdienstleister, da dieser mit Ihrer Situation am besten vertraut ist.



Im Folgenden unternehmen wir den Versuch, einen allgemeinen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen zu geben - auch mit Blick auf Verunsicherung, Stress und Angst, die die Krise auslösen kann.

Auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes finden Sie ausführliche und aktuelle Informationen zu Symptomen, Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen und Verlauf der Erkrankung: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Das Bundesgesundheitsministerium stellt auf seinen Seiten tagesaktuelle Informationen zusammen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat zum Thema eine eigene Seite veröffentlicht: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Zu regionalen Einschränkungen und Empfehlungen geben fast alle kommunalen Webseiten gesicherte Auskunft.

Die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für Gefäßanomalien (DiGGefa) erstellte ein FAQ-Informationsblatt zu COVID-19 für Patienten mit Gefäßanomalien: https://www.diggefa.de/files/diggefa_site/content/fotos/news/200326-c19-info/200326_diggefa-info-covid-19.pdf

Die BAG Selbsthilfe übersetzte die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum „Umgang mit Stress während der Corona Krise" (Coping with stress during the 2019 nCov outbreak) und passte diese an die Situation in Deutschland an.
»Es ist normal, sich traurig, gestresst, verwirrt, ängstlich oder wütend während der Krise zu fühlen. Es kann helfen, mit Menschen zu sprechen, denen man vertraut. Bleiben Sie in Kontakt mit Freunden und Familie.
Wenn Sie zu Hause bleiben müssen, erhalten Sie einen gesunden Lebensstil aufrecht- einschließlich einer gesunden Ernährung, Schlaf, körperlicher Betätigung und sozialer Kontakte mit der Familie zu Hause sowie mit Freunden per E-Mail und per Telefon.
Benutzen Sie nicht das Rauchen, Alkohol oder andere Drogen, um mit Ihren Emotionen umzugehen. Falls Sie sich überfordert fühlen, sprechen Sie mit einem Berater oder Arzt. Informieren Sie sich, wohin sie sich wenden können, um ihre psychische und physische Gesundheit zu erhalten.
Informieren Sie sich aus seriösen Quellen, die Ihnen helfen können, Ihr persönliches Risiko abzuschätzen; auf diese Weise können Sie sinnvolle Vorkehrungen treffen. Solche Quellen können die Seiten der WHO oder nationaler Gesundheitsbehörden wie das RKI sein.
Wenn Sie die Medienberichterstattung über die Krise beunruhigt, begrenzen Sie die Zeit, die Sie und Ihre Familie damit verbringen.
Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die Ihnen in der Vergangenheit geholfen haben, Schwierigkeiten und die damit einhergehenden Emotionen zu bewältigen.« (BAG Selbsthilfe)
Das Original wurde unter https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/coping-with-stress.pdf?sfvrsn=9845bc3a_2 veröffentlicht.

Das Leibniz-Institut für Resilienzforschung greift auf die WHO-Empfehlungen zurück und ergänzt diese u.a. mit praktischen Ratschlägen: https://lir-mainz.de/wie-kann-ich-mich-stark-machen-zum-umgang-mit-stress-angst-und-negativen-gefuehlen.

Auch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe veröffentlichte ebenfalls Empfehlungen gegen Stress: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/corona

Die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (achse) veröffentlichte eine Stellungnahme zum Thema: https://www.achse-online.de/de/was_tut_ACHSE/stellungnahmen/Stellungnahme-zum-Coronavirus-SARS-CoV-2-Covid-19.php

Die deutschsprachige Version der Eklärung zu COVID-19 erstellt durch die Experten der Arbeitsgruppen für Seltene Krankheiten des VASCERN geht insbesondere auf erbliche thorakale Aortenerkrankungen bzw. kardiovaskuläre Erkrankungen ein und ist hier (als pdf) nachzulesen: https://vascern.eu/wp-content/uploads/2020/03/VASCERN-Heritable-Thoracic-Aortic-Diseases-HTAD-Working-Group_DE.pdf

Texte: Maria Bäumer, Werner Holtkamp, Petra Borgards, grr
fachliche Beratung: Medizinischer Beirat des Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen
zitiert: "Umgang mit Stress während der Corona Krise", BAG Selbsthilfe, 24.03.2020
Abbildung: Shutterstock