Page 54 - Das Magazin 2019
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 Oktober 2019
  Glossar zum aktuellen Heft
Angiodysplasie: Fehlbildung der Arterien, Venen oder Lymphgefäße
Angiogenese: Wachstum von Blutgefäßen durch Spros- sungs- oder Spaltungsvorgänge aus bereits vorgebilde- ten Blutgefäßen. Die Angiogenese spielt eine wichtige Rolle als Reparatur-Prozess bei der Wundheilung. Anomalie: Abweichung vom Normalen, körperliche Fehlbildung
asymptomatisch: ohne Symptome
Betablocker: auch Beta-Rezeptorenblocker, sind eine Reihe ähnlich wirkender Arzneistoffe, die sich im Körper mit Beta-Adrenozeptoren verbinden, diese blockieren und so die Wirkung des „Stresshormons“ Adrenalin und des Neurotransmitters Noradrenalin (kompetitiv) hem- men. Die wichtigsten Wirkungen von Betablockern sind die Senkung der Ruheherzfrequenz und des Blutdrucks, weshalb sie bei der medikamentösen Therapie vieler Krankheiten, insbesondere von Bluthochdruck und Ko- ronarer Herzkrankheit, eingesetzt werden.
cerebral cavernous malformations = CCM: englische Bezeichnung für Kavernome bzw. multiple zerebrale Kavernome (siehe dort)
cerebral (auch zerebral): die zum Gehirn gehörenden Strukturen (siehe auch intracerebral)
Dysplasie: sichtbare Fehlbildung eines Organismus, Körperteils, Organs oder Gewebes
Epilepsie: Als "Fallsucht" oder "Krampfleiden" be- zeichnetes Krankheitsbild mit mindestens einem spon- tan aufgetretenen Krampfanfall, der nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache (bsp. akute Entzün- dung, Stromschlag od. Vergiftung) hervorgerufen wurde. Auf neurologischer Ebene ist ein solcher epileptischer Krampfanfall eine Folge anfallsartiger synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- od. Befindensstörungen führen. Ursachen können auch Hirnblutungen od. Narben nach Hirnoperationen sein. extraläsional: bedeutet "außerhalb einer Läsion (Verlet- zung, Schädigung)"
evidenzbasierte Medizin: kurz EBM, darunter versteht man eine medizinische Versorgung, welche die Erkran- kung eines Patienten auf der Grundlage der besten zur Verfügung stehenden Wissensquellen bzw. Daten be- handelt. EBM wertet und klassifiziert klinische Studien nach ihrer Aussagefähigkeit.
familiäre Kavernomatose: multiple zerebrale Kavernome Fasudil: ist ein Medikament, das über die pharmakolo- gischen Eigenschaften einer ROCK-Hemmung verfügt (Rock-Inhibitor). Fasudil ist zur Behandlung der Hirn- schädigung nach Schlaganfall in Japan und anderen asi- atischen Ländern zugelassen.
Gefäßanomalie: Gefäßmalformationen und Gefäßtumo- ren bilden die beiden Hauptvertreter einer umfangrei- chen Gruppe aus seltenen, meist angeborenen Gefäßer- krankungen, die gemeinschaftlich als Gefäßanomalien bezeichnet werden
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Humangenetik: ist ein Teilgebiet der Genetik, das sich speziell mit dem Erbgut des Menschen beschäftigt. Die Humangenetik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, welche medizinische Diagnostik mit molekularbiologi- scher Forschung und Methodik verknüpft. interdisziplinär: (lat. disciplina "Wissenschaft") ver- schiedene Wissenschafts- und Forschungsbereiche betreffend, das Kennen und Einbeziehen von Fragen und Ergebnissen aus Nachbardisziplinen Interventionsstudie: eine experimentelle kontrollierte klinische Studie, in der die Versuchsbedingungen und somit größtenteils auch die Ausprägungen der Einfluss- größen vom Studienleiter vorgegeben werden intracerebral (auch intrazerebral): (lat. intra- "inner- halb von etwas gelegen", cerebrum "Gehirn") bezeich- net die Lage innerhalb des gesamten Gehirngewebes intracerebrale Blutung (auch intrazerebral): Hirnblu- tung im Hirngewebe selbst
Kapillare: (lat. capillus "das Haar") die feinsten aller Blutgefäße, die den Übergang zwischen Arterien und Venen bilden
kavernös: (lat. caverna "Grotte, Höhle" bzw. engl. caver- nous) höhlenreich bzw. von vielen Hohlräumen durch- zogen
Kavernom: (Syn.: Kavernöses Hämangiom, Kavernö-
se Malformation, Kavernöses Angiom) umschriebene Gefäßfehlbildungen, die zu den Hämangiomen gezählt werden. Sie können prinzipiell überall im Körper auftre- ten. Zum Problem für den Patienten werden sie jedoch meist nur bei einer Lokalisation im zentralen Nerven- system (intracerebrale oder spinale Kavernome). Typi- scherweise kommt es in und um die wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter großen „Gefäßschwämmchen“ immer wieder zu kleineren und größeren Blutungen,
die asymptomatisch bleiben. In einigen Fällen kann es jedoch zur Schädigung des umliegenden Nervengewe- bes mit neurologischen Ausfällen oder Krampfanfällen kommen. Es gibt eine vererbbare Form: multiple cerebra- le Kavernome
Kernspintomografie: siehe Magnetresonanztomografie Koinzidenz: (aus lat. con "gemeinsam" und incidere "vorfallen") ist ein zeitliches und/oder räumliches Zu- sammenfallen von Ereignissen oder Zusammentreffen von Objekten
Kortison: (von lateinisch cortex "Rinde", Schreibweise auch Cortison) ist ein Steroidhormon, das in der Neben- nierenrinde des Menschen gefunden wurde und auch synthetisch hergestellt werden kann. Kortison ist die durch Oxidation inaktivierte Form des Glucocorticoids Cortisol, das im Kohlenhydrathaushalt, dem Fettstoff- wechsel und dem Proteinumsatz Bedeutung besitzt. Umgangssprachlich werden Medikamente mit Cortisol- wirkung (vor allem Prednisolon und Dexamethason) häufig als "Kortison" bezeichnet.
Liner: Liner bieten die Möglichkeit einer verlässlichen Adaption der Prothese an den Stumpf. Verschiedene












































































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