Page 50 - Das Magazin 2019
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 Oktober 2019
  um an der damaligen Gesamthochschule in Kassel. Im September 1970 lernte ich meine Frau auf einem Ball kennen, sie war meine Tischdame.
Im Mai 1971 haben wir uns verlobt und im Juli des glei- chen Jahres haben wir geheiratet. Auf der Hochzeitsrei- se konnte ich mir endlich das Rauchen abgewöhnen, da meine Frau Nichtraucherin war.
Wir sind inzwischen 48 Jahre verheiratet, und ich kann heute aus fester Überzeugung sagen, ohne die Fürsorge meiner Frau könn- te ich jetzt nicht diese Zeilen schreiben.
Sie ist im laufe unserer Ehe Expertin in der Behandlung meines Syndroms geworden, aber davon später mehr. Nachdem ich mir sowohl technisches als auch betriebs- wirtschaftliches Fachwissen angeeignet und in mehreren Firmen praktisch gearbeitet hatte, trat ich im April 1973 mit 30 Jahren als geschäftsführender Gesellschafter in unsere Firma ein. Die Firma stellte Glas-Maschinenther- mometer und Präzisionsglasthermometer her und be- schäftigte damals rund 100 Mitarbeiter. Mir wurde schnell klar, dass das Produktprogramm durch die elek- trische Messtechnik überholt werden wird, und dass wir unbedingt moderne Messgeräte entwickeln mußten, um den Fortbestand unserer Firma zu sichern. Um die neuen Produkte aus neuen Produktlinien, die ich mit unseren Mitarbeitern entwickelt habe, Interessenten vorzustel- len, bin ich in den ersten zehn Jahren meiner Tätigkeit jedes Jahr ungefähr 60.000 km mit dem Auto gefahren und mehrfach um die Welt geflogen.
Da ich sehr viel im Auto und im Büro geses- sen habe, hat meine Frau darauf geachtet, dass wir uns viel bewegt haben.
Wir haben größere Spaziergänge gemacht und sind mit unseren Kindern, als sie groß genug waren, auch öfter Rad gefahren. 1977 haben wir unser Haus gebaut mit einem kleinen Zweckschwimmbad im Keller, in dem ich jeden Morgen nach dem Aufstehen schwimme. Mitte der 90-iger Jahre haben wir angefangen, Golf zu spielen. Durch das lange Sitzen im Büro, im Auto und auch im Flugzeug hat sich das Blut und die Lymphe in meinem linken Bein gestaut, was dann öfter zu Entzündungen ge- führt hat. Sie kündigten sich mit leichten Entzündungs- schmerzen im Knöchelbereich oder im Bereich unter- halb des Kniegelenkes an. Innerhalb von zwei Stunden wurde das ganze Bein von der Entzündung erfasst und verfärbte sich bläulich-lila. Ich bekam und bekomme dann Schüttelfrost und über 40 Grad Celsius Fieber. Als es das erste Mal auftrat, verschrieb mir mein Hausarzt das Mittel Cotrimazol, um die Entzündung zu bekämp- fen. Es hat zum Glück gewirkt, nach drei Tagen war ich immer wieder fieberfrei und habe meine Tätigkeit wie- der aufnehmen können.
Die Fieberschübe bekomme ich heute noch aus heite- rem Himmel, allerdings nehme ich heute ein richtiges Antibiotikum (Amoxi 1000), um die Entzündung zu be- kämpfen. Als sich wieder eine Entzündung angekündigt hat, habe ich einen befreundeten Arzt gebeten, mir vor der Einnahme des Antibiotikums Blut abzunehmen, um den Entzündungserreger bestimmen zu lassen. Es waren Streptokkoken. Mein Vetter, der Internist ist, hat mir dann
In jeder Schwierigkeit lebt
die Möglichkeit. (Albert Einstein)
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