Page 43 - Das Magazin 2019
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Buchtipp
 Claudia Hautkappe (BV) hat das Buch gelesen:
Easygoing
von Jenny Jägerfeld
ISBN 978-3-446-25298-1 Carl HANSER-Verlag
Ein eigenwilliger Roman aus Schweden nicht nur für Jugendliche.
Johanna hat ADHS, in ih-
rem Kopf sieht es aus wie
in einem Vergnügungs- park. Oder wie sie sagt: "Freakshow in meinem Gehirn". Die Tabletten, die helfen sind teuer, und Geld ist knapp. Was soll man tun? Johanna will sich nicht unterkriegen lassen - aber es gibt Schwierig- keiten!! Drogenhandel ist auch keine Lösung.
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Verein!
Den Mitgliedsantrag finden Sie auf Seite 57 in diesem Heft.
Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V.
 Basiswissen zur Prothesenversorgung
Ich bin Felix Baeßler, 39 Jahre alt, arbeite seit 19 Jahren als Orthopädietechniker und bin seit fünf Jahren Mitglied des BV. Aus meiner Erfahrung und Praxis heraus möchte ich hier häufig gestellte Fra- gen beantworten zur besonderen Problematik bei Angeborenen Gefäßfehlbildungen.
Was ist eigentlich eine Prothese?
Eine Prothese ist ein künstliches Produkt, welches als Er- satz für eine Gliedmaße genutzt wird. Dieser Ersatz kann nach einer Amputation die Funktionen teilweise erset- zen und soll dem betroffenen Menschen sein Leben so einfach wie möglich machen, um einen ähnlich hohen Lebensstandard wie bei einem gesunden Menschen zu erreichen. Amputationen können an allen Gliedmaßen erfolgen und können vielfältige Ursachen haben wie zum Beispiel Fehlbildungen, Durchblutungsstörungen, Tumore und Unfälle. Je nach Ursache muss vor dem Be- ginn der Prothesenversorgung mit einer unterschiedlich langen Wundheilung gerechnet werden.
Wie geht es nach der Amputation weiter?
Nach Abschluss der Wundheilung und Stumpfformung durch einen Kompressionsstrumpf startet die Inte- rimsphase, bei der der Patient seine erste Prothese noch im Krankenhaus bekommt und dort die ersten Versuche unter Anleitung von Physiotherapeuten macht. Diese erste Prothese ist nur provisorisch verkleidet, damit der Orthopädietechniker die Passform und Statik noch ver- ändern kann.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus folgt in der Regel eine Aufnahme in eine Reha-Klinik. Dort wird der Patient auf das Leben mit einer Prothese im Alltag vorbereitet und die definitive Passform und Statik der Prothese festgelegt. Abschließend folgt die endgültige Prothese (Defintivprothese), die mit einem künstlichen Überzug der verbleibenden Gliedmaße angeglichen wird.
Felix Baeßler
Welche Prothese bekomme ich?
Die Prothesenversorgung richtet sich nach dem Aktivi- tätsgrad der Aktivitätsklasse (auch Mobilitätsgrad ge- nannt). Diese beschreibt das Therapieziel mit Prothese. Dabei geht es um die Bewegungsfähigkeit des Betroffe- nen. Unter Berücksichtigung des Mobilitätsgrades ent- scheidet der Orthopädietechniker mit dem Patienten, welche Prothese mit welchen Komponenten bei der Krankenkasse beantragt wird.
Wer verändert oder repariert meine Prothese?
Bei Veränderungen oder Reparaturen aller Art sollte sich der Patient immer an den Orthopädietechniker wenden, der die Prothese baute, da dieser den Patienten mit sei- nen Besonderheiten wie Allergien o.ä. am besten kennt. Durch einen Umzug oder persönliche Gründe kann sich jeder Patient auch an ein anderes Sanitätshaus seiner Wahl wenden (Leistungserbringerwahlrecht).
Ich hoffe, dass diese Informationen weiterhelfen und stehe euch bei weiteren Fragen über den BV gerne zur Verfügung:
u f.baessler@gmx.net
Oktober 2019
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