Page 22 - Das Magazin 2019
P. 22

 Oktober 2019
  von Kavernomen diskutiert wird4. Dies sollte in klini- schen Studien (sogenannte Phase II oder III Studien) weiter getestet werden.
lang Kavernome neu entstehen und somit potentiell zu symptomatischen Blutungen oder einer Epilepsie führen können.
Bei der sporadischen Form der Erkrankung geht es im Gegensatz dazu darum, das Blutungsrisiko eines einzel- nen Kavernoms zu senken. Hauptsächlich bei den Kaver- nomen, die bereits einmal geblutet haben. Für diese ist das Risiko einer (erneuten) Blutung besonders hoch. Dass die Entstehung neuer Kavernome verhindert wer- den könnte oder deren Wachstum begrenzt werden kann, ist eine Hoffnung, die vor allem auf tierexperimen- tellen Studien mit familiären Kavernom-Modellen fußt. Hier haben sich einige Substanzen als potentiell vielver- sprechend hervorgetan. Ob sie auch beim Menschen Ef- fekte zeigen, bleibt abzuwarten.
Aktuell laufen hierzu Phase II bzw. Phase I Studien. Ator- vastatin wird auf seinen Effekt bezüglich der Stabili- sierung von Kavernomen nach einem Blutungsereignis hin getestet (familiäre und sporadische Form). Dies ge- schieht aktuell in einer klinischen Studie der Universität von Chicago, USA, seit September 2018.
Des Weiteren soll die Sicherheit des Moleküls REC-994 (Tempol) in einer Phase I Studie überprüft werden. Dies berichtet der amerikanische Hersteller, nachdem die FDA einer Testung zugestimmt hat. Wie unter 8. bereits erwähnt, ist auch in Italien eine Studie zur Effektivität von Propranolol begonnen worden.
Es wird eine Frage von einigen Jahren sein, bis die Ergebnisse dieser Studie vorliegen und begutachtet werden können.
Was wäre das Leben,
hätten wir nicht den Mut,
etwas zu riskieren? (Vincent van Gogh)
Abbildung: Heutiges BV-Mitglied Jahre nach dem schweren neurochirurgischen Eingriff.
 Für familiäre Kavernome existiert eine Studie in Italien, die seit April 2018 rekrutiert: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03589014
Für sporadische und familiäre Kavernome läuft eben- falls eine Studie seit Mai 2018 an der Universität von Virginia, USA: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03523650
       Beide Studien sind Interventionsstudien, bei denen die Patienten entweder Propranolol oder ein Placebo erhalten. Auch in Deutschland ist eine Studie durch unsere Klinik 2018 beantragt und soll nach positivem Finanzierungsbescheid 2019 starten. Über die Studie können Sie sich dann über unsere Spezialsprechstun- de (Universitätsklinikum Essen, Klinik für Neurochirur- gie, Telefon 0201 7231230) oder im Internet unter z.B. u www.kavernom.de informieren.
9. Gibt es berechtigte Hoffnungen, dass in absehbarer Zeit ein Medikament verfügbar sein wird, dass die Kavernomentstehung oder deren Wachstum verhindert?
Diese Frage bezieht sich eigentlich ausschließlich auf die familiäre Form der Erkrankung, die einem autoso- mal-dominanten Erbgang folgt und bei der lebens-
  22


















































































   20   21   22   23   24