Page 14 - Das Magazin 2019
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 Oktober 2019
  Gefäßanomalien - Seltene Erkrankung und interdisziplinäre Herausforderung (Symposium am 30.01.2019 im UMM in Mannheim)
"Der gemeinsame interdisziplinäre Weg ist das Ziel." Mit diesen Worten eröffnete Dr. med. Cle- ver, Präsident der Landesärztekammer Stuttgart das Symposium im voll besetzten Hörsaal der Uni- versitätsmedizin Mannheim (UMM).
Das von Prof. Dr. med. Sadick als Leiterin des Interdis- ziplinären Zentrums für Gefäßanomalien (IKRN) initiier- te Symposium sollte einen Überblick über das bislang Erreichte des inzwischen fünf Jahre bestehenden Zen- trums geben und die Gefäßanomalien den Zuhörern als Seltene Erkrankung nahebringen. Seit seiner Gründung versorgt das Interdisziplinäre Zentrum für Gefäßanoma- lien eine kontinuierlich steigende Zahl von Patienten, die meistens einen langen Leidens- und Irrweg hinter sich haben, weil nach wie vor zu wenig über die Erkrankun- gen mit ihrem zudem sehr breiten Spektrum bekannt ist.
Viele Gefäßanomalien seien selbst unter Ärzten unbekannt, wurde mehrfach im Ver- lauf des Symposiums deutlich.
Prof. Weisser stellte im ersten Fachvortrag des Abends die Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Telemedizin vor und zeigte, dass inzwischen auch in Deutschland die Landesärztekammern nach und nach die jeweils geltende Rechtsordnung so anpassen, dass Telemedizin auch hierzulande praktiziert werden kann. Die technischen Voraussetzungen wären heutzutage alle vorhanden. Die Vorteile der Telemedizin lägen ge- rade für die Seltenen Erkrankungen auf der Hand, da so die häufig langen Wege und erheblichen Wartezeiten vor Ort deutlich reduziert werden könnten. Das Potenti- al wäre allerdings in erster Linie bei der Erstvorstellung und der Nachsorge zu sehen und würde nicht die eigent- liche Behandlung ersetzen.
Im Anschluss befasste sich Prof. Dr. med. Sadick im Kern- vortrag des Abends mit der „Klassifikation, Diagnostik und interventionellen Therapie von Gefäßanomalien“, wobei die eklatante Unterversorgung der Patienten in diesem Bereich wiederum deutlich wurde. Prof. Sadick hob im zweiten Teil ihrer Ausführungen vor allem die Er- folge des IKRN hervor, das bei der Versorgung der Patien- ten auf drei entscheidende Säulen zurückgreifen kann: die Radiologie, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit elf kooperierenden Kliniken sowie das Case und Care Management, dem gerade in diesem Versorgungsbereich besondere Bedeutung zukommt. Auch die Gründung der DiGGefa (Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für Ge- fäßanomalien e.V.) hob sie positiv hervor.
Den abschließenden Teil der Veranstaltung teilten sich
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Kathrin Sachse
Ärzte aus verschiedenen Fachdisziplinen mit Fallvorstel- lungen, die zeigten, dass einerseits nicht jede vermutete Gefäßanomalie am Ende tatsächlich eine ist und dass an- dererseits eine große Zahl von Gefäßanomalien zunächst unerkannt bleibt oder falsch eingestuft wird.
Kathrin Sachse hat den BV beim Symposium vertreten, was nicht nur von Prof. Sadick sehr positiv aufgenommen wurde. Die Ausgabe 4 von "DAS MAGAZIN" war schnell in vielen interessierten Händen. Kathrin Sachse hat die Gelegenheit zum Austausch wahrgenommen und zeigte sich erfreut über die Arbeit des IKRN und den positiven Effekt auf die bessere Versorgung von Betroffenen.
 UMM in Mannheim
  Es genügt nicht,
zum Meer zu kommen, um Fische zu fangen. Man muss auch
ein Netz mitbringen. (chinesische Weisheit)
Foto: © Kathrin Sachse


















































































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