Page 54 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  Glossar zum aktuellen Heft
Analgetika: Schmerzmittel
Angiodysplasie: Fehlbildung der Arterien, Venen oder Lymphgefäße
Angiogenese: Wachstum von Blutgefäßen durch Spros- sungs- oder Spaltungsvorgänge aus bereits vorgebilde- ten Blutgefäßen. Die Angiogenese spielt eine wichtige Rolle als Reparatur-Prozess bei der Wundheilung. Anomalie: Abweichung vom Normalen, körperliche Fehlbildung
asymptomatisch: ohne Symptome
Basalganglien: unterhalb der Großhirnrinde gelegene, in jeder Hirnhälfte angelegte Kerngebiete, die für wich- tige funktionelle Aspekte motorischer, kognitiver und limbischer Regelungen von großer Bedeutung sind cerebral cavernous malformations = CCM: englische Bezeichnung für Kavernome bzw. multiple zerebrale Kavernome (siehe dort)
cerebral (auch zerebral): die zum Gehirn gehörenden Strukturen (siehe auch intracerebral)
DVA (developmental venous anomaly): gutartige, venöse, meist asymptomatische Fehlbildung im Gehirn, die mit anderen Gefäßfehlbildungen (z. B. Kavernomen) assoziiert sein kann
Dysplasie: sichtbare Fehlbildung eines Organismus, Körperteils, Organs oder Gewebes
Epilepsie: Als "Fallsucht" oder "Krampfleiden" be- zeichnetes Krankheitsbild mit mindestens einem spon- tan aufgetretenen Krampfanfall, der nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache (bsp. akute Entzün- dung, Stromschlag od. Vergiftung) hervorgerufen wurde. Auf neurologischer Ebene ist ein solcher epileptischer Krampfanfall eine Folge anfallsartiger synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- od. Befindensstörungen führen. Ursachen können auch Hirnblutungen od. Narben nach Hirnoperationen sein. familiäre Kavernomatose: multiple cerebrale Kavernome Humangenetik: ist ein Teilgebiet der Genetik, das sich speziell mit dem Erbgut des Menschen beschäftigt. Die Humangenetik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, welche medizinische Diagnostik mit molekularbiologi- scher Forschung und Methodik verknüpft.
iatrogene Wunden: sind solche, die durch ärztliche Behandlung entstanden sind. Hier fallen Operationen, aber auch Infektionen nach einer Behandlung darunter. interdisziplinär: (lat. disciplina "Wissenschaft") ver- schiedene Wissenschafts- und Forschungsbereiche betreffend, das Kennen und Einbeziehen von Fragen und Ergebnissen aus Nachbardisziplinen interventionell: (lat. intervenire "dazwischenschreiten, sich einschalten") Diagnose- oder Therapieverfahren, die gezielte Eingriffe (Interventionen) am erkrankten Gewebe vornehmen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
Intracerebral (auch intrazerebral): (lat. intra- "inner- halb von etwas gelegen", cerebrum "Gehirn") bezeich-
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net die Lage innerhalb des gesamten Gehirngewebes. intracerebrale Blutung (auch intrazerebral): Hirnblu- tung im Hirngewebe selbst
Involution: normale Rückbildung eines Organs, das nur für einen bestimmten Zeitraum aktiv ist
Kapillare: (lat. capillus "das Haar") die feinsten aller Blutgefäße, die den Übergang zwischen Arterien und Venen bilden
Kasabach-Merritt-Syndrom: seltene Erkrankung mit be- sonderen Formen von Riesenhämangiomen und einer Gerinnungsstörung
kavernös: (lat. caverna "Grotte, Höhle" bzw. engl. caver- nous) höhlenreich bzw. von vielen Hohlräumen durch- zogen
Kavernom: (Syn.: Kavernöses Hämangiom, Kavernö-
se Malformation, Kavernöses Angiom) umschriebene Gefäßfehlbildungen, die zu den Hämangiomen gezählt werden. Sie können prinzipiell überall im Körper auftre- ten. Zum Problem für den Patienten werden sie jedoch meist nur bei einer Lokalisation im zentralen Nerven- system (intracerebrale oder spinale Kavernome). Typi- scherweise kommt es in und um die wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter großen „Gefäßschwämmchen“ immer wieder zu kleineren und größeren Blutungen,
die asymptomatisch bleiben. In einigen Fällen kann es jedoch zur Schädigung des umliegenden Nervengewe- bes mit neurologischen Ausfällen oder Krampfanfällen kommen. Es gibt eine vererbbare Form: multiple cerebra- le Kavernome
Kernspintomografie: siehe Magnetresonanztomografie kongenital: (lat. con "mit"; genus, generis "Geburt, Abstammung, Geschlecht") angeboren, bei der Geburt vorhanden
kongenitale Gefäßanomalie (CVA): Angeborene Ge- fäßfehlbildung. Sie stellen seltene Erkrankungen des Gefäßsystems dar, die im Unterschied zu den Gefäßtu- moren bei der Geburt bereits vorliegen und sich nicht spontan zurückbilden.
Läsion: Verletzung oder Störung der Funktion eines Organs oder Körperglieds
lymphatisch: (lat. lympha "klares Wasser") das Lymph- system betreffend
Magnetresonanztomografie (MRT): (Syn. Kernspinto- mografie) bildgebende Untersuchung, bei der mehrere Schichtbilder erstellt werden (griech. tome "Schnitt", graphein "schreiben"). Die Methode arbeitet mit Mag- netfeldern und Radiowellen und misst, wie stark die Wassermoleküle des Körpers durch einen starken Mag- neten abgelenkt werden. Im Gegensatz zu Rönt- genuntersuchungen geht eine MRT mit keiner Strahlen- belastung einher. Funktions-MRTs dienen zur Darstel- lung von Sprach- u. Bewegungszentren, ein sog. Fibre- Tracking MRT zur Darstellung von Nervenfasersträngen. MRT: siehe Magnetresonanztomografie
multipel: mehrfach vorkommend
multiple zerebrale Kavernome (auch familiäre Kaver-






































































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