Page 53 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  Meine Schulzeit
verlief im Gro-
ßen und Ganzen
bisher eigentlich
ganz gut, obwohl
ich immer wieder
Operationen und
Sklerosierungen
hatte und ver-
mutlich auch in
Zukunft haben
werde. Leider war
die letzte Sklero-
sierung für mich
ganz besonders
schlimm. Der be-
handelnde Arzt
gab mir keine
Betäubung. Die
Nadeln, die bei
einer Sklerosierung verwendet werden, sind nicht gera- de klein. Am Ende habe ich vor lauter Schmerzen keine Luft mehr bekommen und bin auch bewusstlos gewor- den. Es wurde aber zum Glück alles wieder gut.
Eine Zeitlang später gab es einen sehr schlimmen Vorfall, der mein Leben für ge- wisse Zeit ziemlich verändert hat.
Es war ein anscheinend ein ganz normaler Mitt- wochabend. Ich ging wie immer zum Abendessen und wollte mich zu meiner Freundin an den Tisch setzen. Ich habe allerdings nicht bemerkt, dass der Freund einer an- deren Mitbewohnerin neben mir saß, als ich mich gerade an den Tisch setzen wollte. Sie kam angerannt und stieß mich so heftig, dass ich sehr schwer nach hinten gefal- len bin. Dabei habe ich sogar einen Teil des Gedecks vom Nachbartisch mit heruntergerissen. Ich bin sehr heftig auf den Boden geknallt, und mir hat alles wehge- tan. Vor allem habe ich mir sofort am meisten Sorgen um mein Bein gemacht.
Ich wurde von den Betreuern und meinen Mitbewoh- nern erst einmal auf mein Zimmer gebracht. Dort habe ich dann meine Mutter angerufen und Schmerzmittel ge- nommen. Nach einer Zeit ging ich dann zum Abendessen. Gegen später am Abend wurden die Schmerzen jedoch immer stärker, trotz der Schmerzmittel. Also wurde ent- schieden, den Krankenwagen zu rufen. Als sie dann da waren, habe ich eine Infusion mit sehr starken Schmerz- mitteln bekommen. Davon bin ich dann im Krankenwa- gen sogar eingeschlafen. In der Klinik konnten sie zum Glück erst einmal nichts feststellen. Sie haben mich über
Nacht beobachtet. Am nächsten Morgen war dann zum Glück auch nichts festzustellen, also durfte ich wieder nach Hause. Nach fünf Wochen wurden die Schmerzen jedoch erneut immer stärker, sodass ich wieder in die Klinik gekommen bin.
Dort haben sie dann ein MRT gemacht und dabei festgestellt, dass ich eine Blutung hatte, die sich zu kleinen Blutgerinnseln entwickelt hat. Das hat die starken Schmer- zen verursacht.
Sie haben mich erst einmal für ein paar Tage dort behal- ten, um mich schmerzfrei zu bekommen. Danach ging ich wieder zur Schule und durfte auch an einem Wettkampf teilnehmen. Doch ich war untrainiert und hatte so keine gute Leistung gebracht. Das hat mich eine ganze Weile sehr heruntergezogen.
Seit Kurzem bin ich aber wieder voller Zuversicht und werde es wieder krachen lassen. Ich werde mich nie wie- der von irgendwelchen Personen kaputt machen lassen. Die nächsten Wettkämpfe sind auch schon geplant.
 Caroline S., die Schwimmerin
     &
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von Katherine Hannigan
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Die elfjährige Delly ist anders: neugierig, uner- schrocken, erfinderisch und impulsiv - und sie liebt Überraschungen. Das bringt ihr viel Ärger ein, bewirkt aber noch mehr Gutes.
Eine Freundschaftsgeschi-
chte über Fantasie und
Aufmerksamkeit im Um-
gang mit Anderen - zum
Beispiel mit Geschwistern. Aber auch mit einer neu- en Mitschülerin: Ferris. Ferris spricht nicht und läßt niemanden an sich heran. Delly nimmt die Situation ernst und findet eine Lösung.
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Foto: © Kathrin Sachse























































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