Page 39 - Das Magazin 2018
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 Beim 9. Patienten- und Ärztetreffen in Köln im September 2018 habe ich zusammen mit Wer- ner Holtkamp die Aufgabe übernommen, alle Tagesgäste im Foyer der Jugendherberge Köln- Deutz zu empfangen. Alle, vor allem die, die et- was verspätet kamen, waren etwas abgehetzt. Aber dann sahen sie Werner, mich und unser BV- RollUp, und ihr Gesicht veränderte sich in ein Lä- cheln. Wir sprachen sie an und erklärten ihnen den Weg zur Anmeldung und den Vorträgen.
Erstaunlich war dass sie dann ruhiger und vor allem lang- samer diese Richtung genommen haben - nach dem Motto: "Zuhause angekommen". Aufgrund der farbigen Schlüsselbänder waren die Teilnehmer erkennbar, und so fanden sich immer welche, die sich unbekannterweise an- sprachen und in langen intensiven Gesprächen versunken sind. "Wir vom BV" waren durch unsere "Dienstkleidung" gut erkennbar, und sehr oft sprach man mich an, um uns eine positive Rückmeldung zu diesem "toll organisierten" Patienten- und Ärztetreffen zu geben. Man spürte die Zu- friedenheit der Teilnehmer.
Aufgrund dessen, dass ich meine Prothese wegen Druck- stellen und Überwärmung nicht getragen habe, wurde ich wirklich oft angesprochen mit den Fragen, wie ich mit der Amputation, der Prothese, Phantomschmerzen und dem Laufenlernen klar komme. Meine Ausführungen dazu wur- den sehr interessiert aufgenommen. Einige Teilnehmer denken selbst schon darüber nach, ob eine Amputation
Ruth Velken
für sie in Frage käme. Aber es gab auch zwei Eltern, die mich gefragt haben, weil die Ärzte genau dies für ihre Kinder vorgeschlagen haben. Der Informationsaustausch untereinander ist für die meisten sehr hilfreich, um selbst etwas Neues oder Ähnliches auszuprobieren.
Die jungen Erwachsenen haben sich wieder sofort gefun- den, angeregte Gespräche geführt und über ihre Fahrten geredet. Nach dem Workshop für Jugendliche kamen Kin- der auf die Organisatoren zu und sagten, dass sie auch ein eigenes Wochenende wollten - und sofort wurde sich daran gesetzt, das Wunschziel der Kids "Freizeitpark" um- zusetzen und mit einem Programm zu füllen, welches ge- fördert werden kann. Die Kinder war in der großen Grup- pe auch total aufgeregt, als sie erfahren haben, dass es als nächstem Programmpunkt zum Schokoladenmuseum geht, und konnten den Start kaum erwarten.
Dezember 2018
  Bericht als "Empfangsdame im Außendienst"
 BV-RollUp in der Jugendherberge Köln-Deutz
 Meiner Meinung nach sollten sich behinderte Menschen auf die Dinge konzentrieren, die ihnen möglich sind, statt solchen hinter-
herzutrauern, die ihnen nicht möglich sind. (Stephen Hawking)
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Foto: © Kathrin Sachse
 





















































































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