Page 38 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  Jeder Eingriff in den Körper bringt Risiken mit sich. Und manchmal treten diese auch tatsächlich auf.
Bisher habe ich eine Nekrose vor 20 Jahren und eine weitere vor zwei Jahren durch die Embolisationen zu- rückbehalten. Solche Nekrosen sind langwierig, was die Abheilung betrifft. Unter Nekrosen versteht man Hautschädigungen, die durch Gefäße entstehen kön- nen, wenn zum Beispiel die Gefäßfehlbildungen mit den kleinsten Kapillargefäßen verbunden sind.
Aber ich habe bisher fast 40 Embolisationen hinter mir, und da ist für mich persönlich eine Nekrose das kleine- re Übel als die Schmerzen und Folgen der Gefäßfehlbil- dung, da die Nekrosen keine bzw. kaum Schmerzen ver- ursachen (Schmerzskala: 1).
Der weitere Ablauf einer Embolisation
Nach dem Aufklärungsgespräch geht es noch zum EKG und zur Anästhesie, um das Narkoseaufklärungsge- spräch zu führen, nachdem ein dafür ausgelegter Fra- gebogen ausgefüllt wurde. In diesem Gespräch wird die Narkose erläutert und dass aus Sicherheitsgründen dem Patienten ein ZVK (Zentral-Venen-Katheter) am Hals ge- legt wird, damit bei eventuell eintretenden Risiken der Embolisation schnell reagiert werden kann. Ebenso er- hält man einen Blasenkatheter, wobei dieser für mich als praktisch angesehen wird, denn man muss nach der Embolisation sehr viel trinken, damit das Kontrastmittel möglichst schnell aus dem Körper gespült wird und da- durch die Nieren und die Schilddrüse nicht so belastet werden. Ist das Narkosegespräch beendet, geht man auf die geplante Station, meldet sich bei den Schwestern und das Zimmer/ Bett, kann bezogen werden.
Am folgenden Tag, findet dann die geplante Emboli- sation statt und, wie vorher beschrieben, sind dann 24
Stunden Bettruhe angesagt. Nach dieser Zeit wird der Druckverband entfernt und der Blasenkatheter gezogen. Ich verbleibe dann nochmals eine Nacht im Kranken- haus, um etwas Kraft für meine Heimreise zu sammeln, da ich immer mit dem eigenen PKW anreise, und fahre dann am nächsten Tag nach Hause.
       Fazit
Eine Embolisation kann - und dies ist nicht nur in mei- nem Fall so - eine Operation ersetzen. Bei mir und in vie- len anderen Fällen wird durch die Embolisation das Be- handlungsziel des Gefäßverschlusses erreicht oder kann bei Bedarf wiederholt werden.
Persönlich kann ich dazu sagen, dass meine Gefäßfehl- bildungen dadurch gut in den Griff zu bekommen sind und ich nur noch bei Beschwerden einen neuen Embo- lisationstermin brauche, was ungefähr ein Mal im Jahr der Fall ist. Das einzige, was ich persönlich feststelle, ist eben der Geruch von dem Gefäßkleber "Onyx". Dieser Nachteil ist aber als eher unbedeutend einzustufen, und ich bin bisher nie als "Geruchsbelästigung" aufgefallen.
Ich würde mich immer eher einer Embolisation unter- ziehen als einer Operation, denn nicht nur der Schmerz- faktor ist viel geringer, sondern auch der Krankenhaus- aufenthalt. Aber vor allem, zumindest empfinde ich das so, fühle ich mich viel schneller wieder fit, um meinem geregelten Leben zu folgen.
Wann ich meine Unterschenkelprothese nach einer Em- bolisation wieder tragen kann, ist abhängig vom Behand- lungsgebiet. Aber da ich einen Korkeinsatz aus meiner Prothese entfernen kann, ist es bisher selten nach einer Embolisation dazu gekommen, dass ich mehrere Wo- chen ausschließlich wieder auf meine Unterarmgehstüt- zen oder meinen Rollstuhl angewiesen war.
   Empfehlung
Physiotherapeutische Behandlungen, wie in meinem Fall Lymphdrainage und Krankengymnastik sollten ungefähr drei Wochen nach einer Embolisation nicht durchgeführt werden. Aber dieses sollte vielleicht jeder selbst mit Prof. Dr. Brassel und seinem Team besprechen. Persönlich gesehen empfinde ich den Druck, der bei der Lymphdrainage ausgeübt wird, selbst nach drei Wochen, als ein wenig unangenehm. Aber ich erläutere meiner Physiotherapeutin das Embolisationsgebiet, und an die- sen Stellen vermindert sie dann einfach den Druck bei der Lymphdrainage.
Ich hoffe, mit diesem Artikel jedem/jeder Betroffenen, der/die sich zum ersten Mal einer Embolisation unter- ziehen muss, ein wenig die Angst genommen und Auf- klärung verschafft zu haben.
  Nativröntgenbild mit Mikrokatheter und Gefäßkleber (Onyx)
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Foto: © Kathrin Sachse
















































































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