Page 35 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  waren voraussichtlich mehrere Behandlungseinheiten notwendig, die dann zweimal täglich terminiert wurden. Durch diese Vorgehensweise können größere Mengen vom Sklerosierungsmittel an unterschiedlichen Stellen appliziert werden.
Ich kam also in das Behandlungszimmer und eine nette junge Schwester bat mich, auf der Liege Platz zu neh- men. Dr. Barbera erklärte mir, dass er gern die Gefäße an der Außenseite des Oberschenkels oberhalb vom Knie verschließen wolle. Dieses Gebiet kontrollierte er noch- mals mit dem Ultraschallgerät.
Dann setzte er an der passenden Stelle eine kleine Nadel mit einem dünnen Katheter (=Butterfly). Der Schmerz hielt sich in Gren- zen und war in etwa vergleichbar mit dem Zwei- bis Dreifachen einer Blutabnahme.
Nun wurde der Schaum eingespritzt. Das war im ersten Moment etwas unangenehm bis hin zu einem mittelmä- ßigen Brennen, aber im Großen und Ganzen habe ich dann von den eingespritzten 24 ml nichts mehr gemerkt. Die Schwester bereitete die einzelnen Dosen vor, indem sie das Medikament über zwei gekreuzte Spritzen auf- schäumte. Bei mir waren es insgesamt sechs Spritzen, die über den Butterfly eingebracht wurden.
Nach 15 Minuten war alles vorbei und die Einstichstelle wurde mit einem Pflaster verschlossen. Laut Dr. Barbera kann man bereits am selben Tag wieder duschen, Sport treiben oder zur Arbeit gehen. Auf medizinische Behand- lungen wie zum Beispiel Lymphdrainagen sollte jedoch in der ersten Woche verzichtet werden, da das doch sehr schmerzhaft wäre und das Verschließen der unreifen Ge- fäße behindert werden könnte.
Anschließend wurde das Gebiet nochmal mit dem Ultra- schallgerät überprüft. Ich habe mich natürlich gefragt, wie hoch bei einer solchen Behandlung das Risiko einer Thrombose sei.
Das Thromboserisiko sei nur dann erhöht, wenn die Fehlbildung direkt in das gesun- de, tiefe Venensystem einmündet. Das war hier aber nicht der Fall.
Das Ganze ist jetzt ca. zwei Stunden her, und die Schmer- zen? Nun gut, ich würde jetzt auf der Stelle nicht herum- drücken wollen, aber sonst fühlt es sich einfach an, wie ein großer blauer Fleck. Morgen früh schauen wir uns die Stelle mit dem Ultraschallgerät nochmal an und machen dann gegebenenfalls eine weitere Behandlung.
Dr. Barbera meinte, dass er diese Behandlung auch bei Kindern ab ca. drei Jahren durchführen könne, wenn da- durch die Bewegungseinschränkungen verbessert wer- den könnten.
     Ausgeprägte Gefäßfehlbildung mit Sklerosierungsbedarf
      Fazit
Beseitigen kann man eine venöse Malformation mit ei- ner Sklerosierung nicht. Aber ich glaube, man kann das Leben dadurch wesentlich angenehmer und vor allem schmerzfreier gestalten, auch wenn man die Prozedur dafür vielleicht alle ein bis zwei Jahre wiederholen muss. Durch die Sklerosierung vermeidet man die durch die Blutfülle verursachten Beschwerden. Die unreifen Gefä- ße vernarben dann innerhalb des Körpers und können nicht mehr mit Blut vollaufen.
Bei ausgedehnten Malformationen gelingt es nicht, alle unreifen Gefäße auf einmal zu verschliessen, sodass die Behandlung nach Jahren wiederholt werden muss. An- fangs häufiger, später seltener.
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Foto: © Kathrin Sachse



















































































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