Page 32 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  modernen Therapie chronischer Schmerzen ist außer- dem die psychologische Mitbehandlung als ein wesent- licher Teilaspekt nicht mehr wegzudenken. So ist es häu- fig sinnvoll, abzuklären, ob der Schmerz in bestimmten Situationen verstärkt auftritt oder vielleicht etwas in den Hintergrund tritt. Sich abzulenken und Dinge zu tun, die Freude bereiten, können sich positiv auf das Schmer- zempfinden auswirken.
Es ist wichtig, dass spontane Schmerzen ausreichend behandelt werden, aber ein ganzheitlicher Therapieplan erstellt werden muss, individuell an den Patienten an- gepasst. Es empfiehlt sich, nach folgendem Stufenplan vorzugehen, um dem Schmerz effektiv zu behandeln:
• Suche nach der Ursache für die Schmerzen, die unter Umständen eine eigene Therapie erfordert (z.B. eine Thrombose)
• lokale Schmerzbehandlung
• nicht medikamentöse Schmerztherapie:
• Kühlen
• Hochlagern oder Tieflagern • Kompression
• medikamentöse Schmerztherapie
Die medikamentöse Behandlung ist ein wichtiger Be- standteil der Schmerztherapie, sowohl bei akuten als
auch bei chronischen Schmerzen. Es gibt viele verschie- dene Gruppen von Schmerzmitteln (Analgetika). Die- se wirken die nicht nur auf verschiedene Bereiche des Schmerzleitungs- und Schmerzverarbeitungssystems, sondern sind auch unterschiedlich stark. Die medika- mentöse Schmerztherapie sollte daher ebenfalls in einer Staffelung erfolgen:
• peripher wirksame Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) • Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID)
• zentral wirksame Schmerzmittel (Morphine u.ä.)
Sekundäre Probleme
Zu den Hauptproblemen, die sich als Begleiterscheinun- gen zu den vaskulären Malformationen entwickeln kön- nen, gehört die Depression, einhergehend mit Isolation, Vereinsamung und dem schwierigen Umgang mit dem "anderen Aussehen".
Hier wiederum können eine ganze Reihe von Hilfen ge- nutzt werden, um dem entgegenzuwirken:
• unterstützende kosmetische Behandlung
• autogenes Training, Entspannung,
• Psychotherapie
• evtl. Psychiater zur Antidepressiva-Therapie,
• Selbsthilfegruppen
• Patientenorganisationen
    &
Buchtipp
 Petra Borgards (BV) hat das Buch gelesen:
Du bist eine Naturgewalt
von Stefan J. Rascher
ISBN 978-3958831490 Kamphausen Verlag
Ein Buch für Mütter, Väter, nahe Verwandte, Freun- de oder Lehrer und und und...
Dieses Buch hat der Autor Stefan Rascher, der selbst Mitglied im BV ist, auch für seine Mut- ter geschrieben, die ihn immer beschüt- zen wollte, auch wenn sie ihn damit gebremst habe. Er schreibt dazu:
"Ihre behütende Hal- tung war eine Wie- dergutmachung einer
  gefühlten Schuld, die so nie bestanden hatte. Die ihr niemand gegeben habe, außer sie sich selbst."
Dass es ihm heute gut gehe, hätte ihre Schuld nach seinem Eindruck nicht ganz weichen lassen. Er hof- fe, dass sie es vielleicht glauben wird, wenn sie es in seinem Buch schwarz auf weiß liest. Er hoffe es sehr, weil er dann eines seiner wichtigsten Ziele, die er mit diesem Buch verbunden habe, erreicht hätte. Dieses Buch ist also vor allem gut für die Mütter, die sich ganz oft vorwerfen, die Krankheit ihres Kindes durch irgendein Fehlverhalten ausgelöst zu haben. Unabhängig davon, was die Genetiker heute dazu sagen. Das schlechte Gewissen bleibt irgendwie im- mer im Hintergrund bestehen.
Das Buch ist aber auch gut für die Betroffenen selbst, weil es sie aus ihrer Komfortzone lockt. "Finde Dei- ne ureigene Stärke" ist Stefan Raschers Lebensmot- to. Und er ist ganz und gar kompromisslos in seiner Aufforderung, aus der Komfortzone herauszutreten, und seine Grenzen auszuloten. Und er ist damit weit gegangen. Er spricht alle Eltern von dem schlechten Gewissen frei, verantwortlich für die Krankheit ihrer Kinder zu sein und ermutigt sie, ihre kranken Kinder nicht zu sehr zu behüten, damit sie ihre ureigene Stärke finden können. Der Weg von Stefan Rascher und seine deutliche Haltung regen zum Nachden- ken an. Seinen eigenen Weg muss jeder selber fin- den. Also: ein lesenswertes und lehrreiches Buch.
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