Page 29 - Das Magazin 2018
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 Dezember 2018
  dem Notfallplan eingeblendet werden. Auch haben die- se Patienten ihre Notfallpakete an allen erdenklichen Stellen immer griffbereit platziert. Die Notfallpakete sind mitunter recht kostenintensiv und müssen nach Ab- laufdatum regelmäßig erneuert werden.
  Abb. 3: Vorgehen bei akuten Blutungen
 Welche Hämangiome muss man rasch behandeln,
 also auch schnell überweisen?
 Hämangiome mit zu erwartenden Komplikationen:
• Ulzeration
• Blutung
• Gesichtsfeldblockade oder Druck auf Auge bzw.
Sehnerv etc.
• vor dem Gehörgang liegend
• relevante Einschränkungen der freien Beweglichkeit
• Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme
• Herzversagen (große, voluminöse Hämangiome oder
diffffuse neonatale Hämangiomatosis)
              nem Blutungsrisiko bekommen häufig "Notfallsets" mit nach Hause, da deren Blutungen nicht mit den normalen Haushaltsmitteln zu stoppen sind (Abb. 4).
Extrem komplexe Patienten haben sogar einen Plan, der die Hilfsdienste (Rettungswagen, Rettungshubschrau- ber), die Ambulanzen und die Blutbanken und eine Telefonkette in der Klinik einschließen sollte. In den EDV-Diensten sollten entsprechende Warnhinweise mit
Wunden
Wunden bei vaskulären Malformationen sind oft sehr schmerzhaft und oft echte Problemwunden, deren Heilung Wochen bis Monate dauert.
Leider entstehen Wunden oft spontan bei Hämangio- men, noch häufiger bei komplizierten Hämangiomen. Durch Involution, also nach spontanem Kleinerwerden, können Wunden manchmal spontan auftreten. Und bei großflächigen Hämangiomen oder in Hautfalten bilden sich recht häufig spontane Wunden. Auch bei arteriove- nösen Malformationen und großflächigen Gefäßfehlbil- dungen ist dies zu beobachten.
Nach einem Trauma kann die Oberfläche zerreißen, und nach Behandungen können ebenfalls Wunden entste- hen, sogenannte "iatrogene Wunden".
Wunden bei vaskulären Malformationen bedürfen hochspezialisierter Teams.
Hier sollte keinesfalls "jeder" eine Behand- lung "versuchen".
Die unschönen Begleiterscheinungen von Ulzerationen sind Schmerzen, nekrotische Veränderungen im Gebiet, (d.h. das Absterben und Schwarzverfärben von Gewebe), sowie die Narbenbildung, die ihrerseits wiederum zu Folgeproblemen (Missempfindungen, Schmerzen, Krib- beln, sog. "Narbenzug" etc.) führen.
Es entstehen mehr Ulzerationen in Hautfalten, der Win- delregion, bei wiederholten Traumata, aber auch bei gro-
  Abb. 4: Spezielle Notfallsets bei hohem Blutungsrisiko
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