Page 46 - Das Magazin 2017
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 Juni 2017
  Großkampftag im ZVM Eberswalde
Meine früheren behandelnden Fachärzte haben mich an das ZVM in Eberswalde vermittelt. Das hochspezialisierte Zentrum für Vasculäre Malfor- mationen behandelt mit einem interdisziplinären und internationalen Team Gefäßfehlbildungen. Die Patienten kommen aus der ganzen Welt.
Im Vorfeld meines Termins wurden alle medizinischen Unterlagen wie Arzt- und Krankenhausberichte, Rönt- genbilder, Angio-MRT-Bilder usw. per E-Mail und Post übersandt. Das Ärzteteam hat die Unterlagen gesichtet und über die Möglichkeiten der durchzuführenden Be- handlungen beraten. Dann wurde ich zu einer Besprech- nung eingeladen, die an einem Sonntag statt fand.
An diesem Tag fanden viele Beratungen statt. Es kamen zahlreiche, meist junge Patienten aus ganz Europa. Hier habe ich zum ersten Mal unterschiedlichste Ausprägun- gen einer Angiodysplasie im Kopf- und Halsbereich ge- sehen. Da es so viele waren, nenne ich diesen Tag der Vorstellung und Besprechung „Großkampftag“. Neben einem festen Ärzteteam nehmen regelmäßig auch Ga- stärzte aus der ganzen Welt daran teil.
Jeder Euro zählt - Meine verrückte VIP-Party
Barbara Heiß
Nach diesem Motto begann meine verrückte VIP-Party mit vielen Freunden und Familie.
Mein Name ist Barbara Heiß, frische 30 Jahre, verheiratet mit Christian, 2 Mädchen (9 und 7 J.), kleiner Hund Char- lotte Heiß alias Charly. Im Juni 2016 bekam ich aufgrund stechender Kopfschmerzen und des großartigen Einsat- zes meines Hausarztes sofort die Diagnose: venöses Ka- vernom im Kleinhirnstil. SCHOCK!! Sofortiges Arbeitsver- bot und keine Anstrengung bis zur OP. Ich wollte alles bis ins Detail planen, damit alles in meiner Abwesenheit weiter läuft und keiner allzu groß darunter leidet. Drei Wochen später (27.7.16, dieses Datum trage ich heute als Tattoo) wurde ich von Prof. Meyer der TU München erfolgreich operiert. Nach sechs Tagen durfte ich das Krankenhaus verlassen, und nichts verlief, wie ich es mir gewünscht hätte. Keine Reha, keine Haushaltshilfe, Kör- perseite links streikte etc. Alles musste ich mir erstreiten, was nach so einem Eingriff kaum bis gar nicht möglich war. Doch ich habe bis heute gekämpft und tue dies auch noch und würde mich zu 85% wieder wie vorher sehen! Nun stand mein großes Jubiläum an, und ich wollte ger- ne anderen mit meiner Spende helfen, die nicht so viel Glück hatten oder haben. Unter großem Einsatz mit Ge-
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Werner Holtkamp
Das Ganze läuft so ab, dass die Patienten, die stationär behandelt werden sollen, aufgenommen werden. Da- nach finden die Gespräche mit dem Ärzteteam über die Behandlungsmöglichkeiten statt. Über die endgültige Behandlung wird gemeinsam entschieden.
Bei der Anzahl der Patienten sind Wartezeiten unum- gänglich. Diese werden versüßt durch Getränke und Gebäck und verkürzt durch die Möglichkeit der Kontakt- aufnahme mit den anderen Patienten und deren Begleit- personen. Die Kinder finden immer völlig unproblema- tisch Kontakt zueinander. Die Eltern sitzen zusammen und unterhalten sich, meistens auf Englisch. Es ergibt sich das Bild eines großen Familientreffens.
Die erwachsenen Betroffenen tun sich da etwas schwe- rer. Ich kenne schon Viele aus vergangenen „Großkampf- tagen“. Dadurch komme ich mit ihnen leichter ins Ge- spräch. Es ist dann immer wieder schön zu sehen, wie erfolgreich die bisherigen Behandlungen schon waren.
sangseinlagen, Versteigerungen etc. habe ich 250 Euro zusammenbekommen, die ich dem Bundesverband ger- ne überwiesen habe.
  Für mich ist es inzwischen nicht mehr ein „Großkampf- tag“, sondern eher ein internationales Patiententreffen.
  Meine verrückte VIP-Party „DIE HEISS‘NS“
  Leben mit einem anderen Plan, aber Hauptsache Leben!!! Ich wünsche allen viele wunderbare Momente und Zeit im Leben, und vielleicht findet sich der eine oder ande- re, der auch so eine Art Spendensammlung vornimmt!
Foto: © Kathrin Sachse
















































































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