Page 25 - Das Magazin 2017
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vorübergehende Funktionsstörungen sollte der Patient ebenfalls gefasst sein. Diese treten häufiger auf (bis zu 30%) und resultieren aus einer vorübergehenden Funk- tionsstörung des Nervengewebes durch die Manipulation während der OP. Die Störungen bilden sich nach einer ge- wissen Zeit (bis zu 3-6 Monaten) jedoch wieder zurück.
Man kann sich den Effekt der OP letztlich wie ein erneutes Blutungsereignis vorstel- len, und der Arzt sollte den Patienten auf diese Situation vorbereiten.
Bei Kavernomen in weniger „sensiblen“ Bereichen ist das Risiko entsprechend deutlich geringer. In vielen Fällen ist die Operation dann „nur“ von den Folgen des Zugangs geprägt, also lokalen Schmerzen und dem Hei- lungsprozess der Weichteile. Viele Zugänge sind heute jedoch durch die sich weiter entwickelnden OP Techni- ken sehr klein und haben optimale kosmetische Ergeb- nisse (Abb. 2).
Insgesamt gilt, dass jede geplante Operation individuell mit einem erfahrenen Neurochirurgen besprochen wer- den sollte, um die genaue Situation und die zu erwarten- den Risiken gemeinsam einzuordnen.
Juni 2017
   Abb. 2: Beispiel für die Entfernung eines Kavernoms im Bereich des Schläfenlappens über eine kleine Eröffnung des Schläfen- knochens unter dem Kaumuskel. In diesem Falle hat das Kaver- nom eine Epilepsie verursacht.
Bild A zeigt die diskrete Präparation des Muskels und Freilegung des darunter befindlichen Knochens.
Bild B zeigt eine Mikroskopsicht auf die brombeerartige Läsion (Pfeil), die mittels Elektropinzette und Sauger vorsichtig aus dem umliegenden Hirngewebe präpariert wird.
Bild C zeigt die abschließende Hautnaht, die in diesem Falle mittels Gewebekleber verschlossen wurde.
   „Ich habe
geweint, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der
keine Füße hatte.“ (Giacomo Graf Leopardi)
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Foto: © Kathrin Sachse





















































































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