Page 54 - Das Magazin 2015
P. 54

 Dezember 2015
  treten meist plötzlich auf und machen etwa 15 % aller Schlaganfälle aus. Häufigste Ursache ist die Arteriosk- lerose. Weitere Ursachen können Veränderungen der Gefäße oder eine Gefäßmalformation sein, aber auch traumatische Schädigungen spielen eine wichtige Rolle. kardiovaskulär: (von „kardio“, griechisch: Herz und „vas“, lateinisch: Gefäß) das Herz und das Gefäßsys- tem betreffend. Das kardiovaskuläre System wird auch Herz-Kreislauf-System genannt. Typische kardiovasku- läre Erkrankungen sind beispielsweise Arteriosklerose und Schlaganfall. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen und Rad fahren, die das Herz und den Kreislauf über längere Zeit moderat und gleichmäßig belasten, werden auch als kardiovaskuläres Training bezeichnet. kavernös: (von lateinisch: caverna - Grotte, Höhle Eng- lisch: cavernous) höhlenreich bzw. von vielen Hohlräu- men durchzogen
Kavernom (auch Cavernom): (Syn.: Kavernöses Häman- giom, Kavernöse Malformation, Kavernöses Angiom) umschriebene Gefäßfehlbildungen, die zu den soge- nannten Hämangiomen gezählt werden. Sie können prinzipiell überall im Körper auftreten. Zu einem Prob- lem für den Patienten werden sie jedoch meist nur bei einer Lokalisation im zentralen Nervensystem. Liegen die Fehlbildungen im Gehirn selbst spricht man von „in- tracerebralen“ Kavernomen, liegen sie im Rückenmark, von “spinalen” Kavernomen. Typischerweise kommt
es in und um die wenige Millimeter bis mehrere Zenti- meter großen „Gefäßschwämmchen“ immer wieder zu kleineren und größeren Blutungen, die asymptomatisch bleiben. In einigen Fällen kann es jedoch zur Schädi- gung des umliegenden Nervengewebes mit neurologi- schen Ausfällen oder Krampfanfällen kommen. Es gibt eine vererbbare Form: multiple cerebrale Kavernome Kernspintomografie: Magnetresonanztomografie Lymphdrainage: (von „drainage“, französisch: Entwäs- serung) spezielle, sanfte Massagetechnik, die dabei hilft, angestautes Gewebewasser über Lymphgefäße ab- zutransportieren. Diese Behandlung wird beispielswei- se angewandt, wenn bei der Operation eines Brusttu- mors auch benachbarte Lymphknoten entfernt wurden. Lymphödem: (von „lympha“, lateinisch: klares Wasser und „ödema“, griechisch: Schwellung) Anschwellen eines Armes oder Beines durch einen Stau der Lymph- flüssigkeit. Es können aber auch eine Brust oder ein anderes Körperteil betroffen sein. Die Lymphe ist eine klare Flüssigkeit, die durch den ganzen Körper fließt und unter anderem eine Rolle im Abwehrsystem spielt. Ein Lymphödem entsteht, wenn der Fluss der Lymphe durch Schädigung von Lymphgefäßen oder Lymphknoten ge- stört ist und sich Lymphflüssigkeit im Gewebe sammelt. Magnetresonanztomografie (MRT): (Syn. Kernspinto- mografie) bildgebende Untersuchung, bei der mehrere Schichtbilder erstellt werden (von „tome“, griechisch: Schnitt und graphein“: schreiben). Die Methode arbei- tet mit Magnetfeldern und Radiowellen und misst, wie stark die Wassermoleküle des Körpers durch einen starken Magneten abgelenkt werden. Im Gegensatz
zu Röntgenuntersuchungen geht eine MRT mit keiner
54
Strahlenbelastung einher. Funktions-MRTs dienen zur Darstellung von Sprach- und Bewegungszentren, ein sog. Fibre-Tracking MRT zur Darstellung von Nervenfa- sersträngen.
Marginalvene (MV): anormale Vene, die sich lateral an der unteren Extremität befindet. Vor der Geburt erfolgt die venöse Durchblutung durch zwei embryonale Gefä- ße, die Marginalvene und die V. ischiadica. Beide Venen regredieren vor der Geburt. Selten bleibt die MV aber als ein anormales klappenloses Gefäß bestehen und kann verschiedene Beschwerden verursachen, u. a. eine Längendifferenz der unteren Extremitäten. In der Diag- nostik der persistierenden Marginalvene ist die exakte phlebographische Erfassung des Leitvenensystems,
der Marginalvene selbst sowie ihrer Zu- und Abflüsse für die Therapieplanung unverzichtbar. Die Diagnostik erfolgt mittels Farb-Duplex-Sonographie zur Untersu- chung der tiefen Venen, um Anomalien zu erkennen. Weiterführende Untersuchungen wie Phlebo-MR oder -CT können ebenfalls durchgeführt werden. Eine Phle- bographie ist nur selten notwendig. Die chirurgische Resektion der Vene wird empfohlen bei Beschwerden und Längendifferenzen der Extremitäten bei Kindern. Eine frühzeitige Operation kann negative Langzeitef- fekte des anormalen Knochenwuchses verhindern. Die persistierende V. marginalis lateralis hat viele Quer- verbindungen mit tiefen Venen, kleinen Arterien und vielleicht auch mit Venektasien. Molekular-genetische Untersuchung: Bezeichnung
in der Humangenetik für Untersuchungen, die das Ziel haben, Veränderungen der DNA (des Erbguts) festzu- stellen bzw. auszuschließen. Sie erfolgen meist nach humangenetischer Beratung. Als Untersuchungsmaterial dient in den meisten Fällen eine Blutprobe.
MRT: siehe Magnetresonanztomografie
multiple: mehrfach vorkommend
multiple cerebrale Kavernome (auch familiäre Kaver- nomatose): Zerebrale kavernöse Malformationen (ce- rebral cavernous malformations = CCM) können familiär auftreten und folgen dann einem autosomal-dominan- ten Erbgang. Das bedeutet, dass Verwandte 1. Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) ein 50%iges Risiko haben, ebenfalls Träger einer zuvor in der Familie identifizier- ten Mutation zu sein. Hauptmerkmal der familiären bzw. erblichen Kavernomatose sind eine positive Familien- anamnese und/oder das Vorkommen mehrerer Kaverno- me bei einer betroffenen Person.
Mutation: (lat. mutare „ändern, verwandeln“) bezeich- net in der Biologie eine dauerhafte Veränderung des Erbgutes
Offenes Bein: Ulcus cruris
Off-Label-Use: bedeutet sinngemäß „nicht bestim- mungsgemäßer Gebrauch“. Gemeint ist damit der Einsatz eines Arzneimittels gegen eine Krankheit, für die das Medikament von den Zulassungsbehörden keine Genehmigung hat – wenn also zum Beispiel ein Medikament, das nur zur Behandlung von Menschen mit Blutkrebs erprobt und zugelassen ist, auch zur Behand- lung von Menschen mit Magenkrebs eingesetzt wird.



















































































   52   53   54   55   56