Page 53 - Das Magazin 2015
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 Dezember 2015
  bolie. Aber auch Luft, Gewebe- oder Kalkablagerungen können eine Embolie verursachen. Ein Blutgerinn-
sel kann sich an einer Stelle im Gefäßsystem bilden, ablösen und dann mit dem Blutstrom weitergetragen werden. Es setzt sich dann in einem kleineren Gefäß fest, blockiert dort den Blutfluss und damit die Versor- gung des Gewebes hinter der blockierten Stelle. Eine Lungenembolie wird zum Beispiel meist durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, das in den Bein- oder Becken- venen entstanden ist. Auch Schlaganfälle können durch Embolien verursacht werden.
Embryonalvene: Spezialfall der Marginalvene, bei der eine Aplasie der tiefen Venen vorliegt, die inneren Leitvenen fehlen. Zahlreiche AV-Fisteln münden in die Embronalvene ein und produzieren dadurch einen ve- nösen Hochdruck mit entsprechender klinischer Symptomatik der Dilatation (Erweiterung) des Gefäßes. Die AV-Fisteln sollten von der EV entfernt werden, um den venösen Hypertonus zu reduzieren. Die diagnos- tische Unterscheidung zur Marginalvene ist therapeu- tisch wichtig, da Embryonal- und Marginalvene grund- legend unterschiedliche Therapieformen erfordern. Endoskop: Mit einem Endoskop kann eine Ärztin oder ein Arzt in das Innere von Körperhöhlen und -öffnungen wie Magen, Darm, Lunge oder Blase hineinschauen. Endoskope verfügen meist über eine Lichtquelle und eine kleine Kamera, sie sind je nach Verwendungszweck kurze, steife Rohre, die etwa zur Inspektion der Blase oder der Scheide eingesetzt werden, oder lange, flexib- le Schläuche, mit denen zum Beispiel Magen und Darm untersucht werden können.
Entscheidungshilfen: Es sind Hilfsmittel, die eine Patientin oder einen Patienten dabei unterstützen, auf Grundlage verschiedener Gesichtspunkte eine Ent- scheidung zu treffen. Eine Entscheidungshilfe liefert zum Beispiel Informationen darüber, wie hoch das Risiko von Komplikationen einer Operation ist, welche Alternativen es zu einer Operation gibt oder mit wel- chen Folgen man leben muss, wenn man eine Operation nicht durchführen lässt.
Epilepsie: Als Fallsucht oder auch Krampfleiden be- zeichnetes Krankheitsbild mit mindestens einem spon- tan aufgetretenen Krampfanfall, der nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache (bsp. eine akute Entzündung, einen Stromschlag oder eine Vergiftung) hervorgerufen wurde. Auf neurologischer Ebene ist ein solcher epileptischer Krampfanfall eine Folge anfallsar- tiger synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindensstörungen führen. Ursachen aus dem Gefäßbereich können Hirnblutungen oder Narbengewebe nach Hirnoperationen sein. Evidenzbasierte Medizin: „Evidenzbasiert“ ist die Ein- deutschung des englischen Begriffs „evidence-based“. Der Begriff bedeutet: auf wissenschaftliche Belege und Beweise gestützt. Gemeint ist mit „evidenzbasiert“ eine Medizin, die sich nicht nur auf persönliche Ansichten und Überzeugungen verlässt, sondern nach den besten objektiven Beweisen fragt.
familiäre Kavernomatose: multiple cerebrale Kavernome Hämatologie: (von griechisch „haem“: Blut) beschäf-
tigt sich mit der Blutentstehung, dem Blut sowie den Erkrankungen des Blutes. Dazu gehören beispielsweise Störungen der Blutbildung im Knochenmark, Blutarmut, Gerinnungsstörungen sowie Erkrankungen des Blutes wie die Leukämie.
Hämosiderin: Ablagerung von Blutabbauprodukten in der Umgebung von Gefäßmalformationen als Hinweis auf ältere Einblutungen
Hauert disease, Angiodysplastische Arthropathie: Patienten mit angeborener Gefäßmalformation leiden oft zusätzlich an orthopädischen Erkrankungen, häufig an einer Gelenkdestruktion. Solche spezifisch mit ange- borenen Gefäßschäden einhergehenden destruktiven Gelenkerkrankungen („Hauert disease“) manifestieren sich v. a. im Kindes- und Jugendalter und können im Verlauf stark progredient sein. Hauert disease als eigen- ständiges Krankheitsbild zu erkennen, ermöglicht eine angemessene Therapie. Ein minimalinvasives Vorgehen in frühen Stadien kann eine wesentliche Besserung
der Beschwerden bewirken und ein Fortschreiten der Gelenkschädigungen bewirken.
Hospiz: (von „hospitium“, lateinisch: Herberge) ist eine Pflegeeinrichtung für schwerstkranke Menschen. Sie werden dort bis zum Lebensende begleitet und von einem Team aus Ärzten, Sozialarbeitern, Psychologen, Pflegenden u.a. versorgt. Es gibt ambulante, teilstatio- näre oder vollstationäre Hospize. Hospize sind meist kleinere, wohnliche Einrichtungen. In der Regel arbeiten sie mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusam- men. Außerdem unterstützen häufig ehrenamtliche Mit- arbeiter die speziell für die Sterbebegleitung geschult sind, die hauptamtlichen Fachkräfte. Die Angehörigen werden in einem Hospiz immer mit einbezogen. Humangenetik: ist ein Teilgebiet der Genetik, das sich speziell mit dem Erbgut des Menschen beschäftigt. Die Humangenetik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, welche medizinische Diagnostik mit molekularbiologi- scher Forschung und Methodik verknüpft.
INR-Wert: Die Abkürzung INR steht für „International Normalised Ratio“. Der INR-Wert ist ein Wert für die Gerinnungsdauer des Blutes. Er wird regelmäßig bei Menschen gemessen, die bestimmte Medikamente zur Gerinnungshemmung einnehmen. Je höher der Wert ist, desto langsamer gerinnt das Blut. Normalwerte liegen um 1, bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern sind die Werte höher. Ein INR-Wert von 2 bedeutet, dass das Blut zur Gerinnung doppelt so lange braucht wie normalerweise.
Intracerebral (auch intrazerebral): (lat. intra- „inner- halb von etwas gelegen“, cerebrum „Gehirn“) bezeichnet die Lage innerhalb des des gesamten Gehirngewebes. Die Lagebezeichnung intrazerebral wird bei krankhaften Veränderungen wie beispielsweise einer intrazereb- ralen Blutung, bei operativen Eingriffen und bei der Injektion von Substanzen in das Hirngewebe verwendet. intracerebrale Blutung (auch intrazerebral): Hirnblu- tung im Hirngewebe selbst. Intrazerebrale Blutungen
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