Page 52 - Das Magazin 2015
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 Dezember 2015
  Glossar-Ergänzung 2015
Das vollständige Glossar finden Sie im Internet unter: www.angiodysplasie.de
Allele: bezeichnen die verschiedene Ausprägungsfor- men eines Gens (z.B. normal oder mutiert).
ambulant: Ambulant ist jede Behandlung, für die ein Patient nicht im Krankenhaus übernachten muss. Bei ambulanten Operationen kann der Patient unmittelbar oder wenige Stunden nach der Operation wieder nach Hause. Ärzte führen ambulante Behandlungen sowohl in Praxen als auch in Kliniken durch. Das Gegenteil von ambulant ist stationär.
autosomal-dominanter Erbgang: eine Form der Ver- erbung, bei der bereits ein defektes Allel (dominanter Erbgang) auf einem der beiden homologen Chromoso- men zur Merkmalsausprägung reicht.
cerebral cavernous malformations = CCM: englische Bezeichnung für Kavernome bzw. multiple cerebrale Kavernome (siehe dort)
Cerebral (auch zerebral): In der Biologie und Medizin werden die zum Gehirn gehörenden Strukturen so be- zeichnet. (siehe auch intracerebral)
Chirurgische Behandlung: von Gefäßmalformatio-
nen erfordert die Zusammenarbeit der verschiedenen chirurgischen Spezialisten. Die Behandlungsergebnisse haben sich i. S. einer kombinierten Therapie unter addi- tiver Verwendung endovaskulärer Techniken prinzipiell verbessert. Je nach Alter des Patienten, den beteiligten anatomischen Bereichen und den oft anspruchsvollen rekonstruktiven Eingriffen können in multidisziplinärer Zusammenarbeit ausgezeichnete Therapieergebnisse erzielt werden.
Chromosom: (von griechisch: chromos - Farbe; soma
– Körper) sind Makromolekülkomplexe, die Gene und somit auch Erbinformation enthalten. Sie bestehen aus DNA, die mit vielen Proteinen (Eiweißen) verpackt ist. Diese Mischung aus DNA und Proteinen wird auch als Chromatin bezeichnet.
Computertomografie (CT)
Eine Computertomografie (von „tome“, griechisch: Schnitt und „graphein“: schreiben) ist eine spezielle Röntgenuntersuchung. Bei dieser Untersuchung wird man liegend durch ein ringförmiges CT-Gerät gescho- ben. Dabei rotiert eine Röntgenquelle im CT-Gerät um die ausgewählte Körperregion und durchleuchtet sie aus allen Richtungen. Ein Computer setzt die so ge- sammelten Daten zu einem Bild zusammen. So erhält man ein mehrdimensionales Schnittbild der jeweiligen Körperregion. Eine CT-Aufnahme geht wie jede andere Röntgenuntersuchung mit einer Strahlenbelastung einher.
Debridement: Der Begriff „Debridement“ stammt aus dem Französischen: „Débrider“ bedeutet Entfernen von Überflüssigem. Debridement bezeichnet die Entfernung von abgestorbenem Material und verschmutztem Ge- webe aus einer Wunde. Grundsätzlich kann das Debri-
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dement mit dem Skalpell, einem Löffel oder anderen Instrumenten, also chirurgisch, chemisch mit bestimm- ten Eiweißen (Enzyme) oder mechanisch erfolgen. Das mechanische oder physikalische Debridement erfolgt zum Beispiel mit speziellen Wundauflagen: Überschüs- sige Wundflüssigkeit, Zelltrümmer und Keime werden im Verband festgehalten und mit jedem Verbandwech- sel entfernt. Eine mechanische Reinigung der Wunde gelingt außerdem unter der Dusche: Mit dem Dusch- strahl werden Keime und abgestorbene Zellen ebenfalls gut entfernt. Weiterhin gehören zum physikalischen Débridement die Wundreinigung mit Wasserstoffpero- xid oder feuchte Umschläge.
Diagnose: (von „diagnosi“, griechisch: Erkenntnis, Urteil) Begriff für das Feststellen und Benennen einer Erkran- kung. Die Diagnose sollte unter anderem anhand der Vorgeschichte, der vorhandenen Beschwerden und der Untersuchungsergebnisse gestellt werden. Zu den Un- tersuchungen gehören sowohl eine eingehende körper- liche Untersuchung als auch beispielsweise die Bestim- mung von Blutwerten oder apparative Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen.
Diagnostik angeborener Gefäßmalformationen: Die drei diagnostischen Säulen sind: klinische, funktionelle und radiologische Untersuchungen.
Die Bewertung und Einteilung angeborener Gefäßfehler nach klinischen Symptomen und nach dem dermatolo- gischen Erscheinungsbild reicht für deren Klassifizie- rung allein nicht aus. Die indirekte oder direkte Dar- stellung der beteiligten Gefäße ist für Diagnosestellung und Therapieplanung unverzichtbar. Folgende Fragen können dann geklärt werden:
1. Welches ist das vorwiegend beteiligte Gefäßsystem? 2. Wie ausgedehnt ist die Fehlbildung und welche be- nachbarten Strukturen sind beteiligt?
3. Wie stark ist die Hämodynamik beeinträchtigt: Lokal, regional, systemisch?
Eine bildgebende Diagnostik nach morphologischen und funktionellen Gesichtspunkten kann heute unter Einbeziehung invasiver und nichtinvasiver Verfahren als Stufendiagnostik geplant werden. Dabei kommt der Doppler-Duplexsonographie und den phlebographi- schen Darstellungsmethoden (aszendierende Pressph- lebographie, Varikographie) eine besondere Bedeutung zu. Bei Verdacht auf das Vorliegen von av-Fisteln ist die arterielle Darstellung erforderlich. CT und MRT können Phlebographie und Arteriographie nicht ersetzen. Sie sind jedoch wertvoll in der transversalen Zuordnung fehlgebildeter Gefäße zum sub- oder epifaszialen Raum der Extremitäten bzw. zu bestimmten Muskelkompart- ments.
Embolie: Wenn plötzlich ein Blutgefäß durch einen sogenannten Embolus (von „ballein“, griechisch: wer- fen) verstopft wird, spricht man von einer Embolie. Ein Embolus entsteht meist aus einem eingeschwemmten Blutgerinnsel, dann spricht man von einer Thromboem-











































































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