Page 35 - Das Magazin 2015
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  Mehr Bewegung - weil wir für Bewegung geboren sind
Noch vor 100 Jahren haben die Menschen täglich 20 bis 30 km zu Fuß zurückgelegt. Dass das schon lange nicht mehr so ist, hat viele Gründe und ist uns auch allen bewusst.
Gefäßpatienten wird manchmal von Ärzten Schonung empfohlen - Schonung als Schutz gegen Überbelastung, gegen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der betroffenen Regionen und aus Schutz vor Verletzungen. Aber: wir brauchen Bewegung - im Rahmen unserer je- weiligen Möglichkeiten.
J Bewegung schenkt Lebensfreude.
Man fühlt sich besser und aus- geglichener. Bewegung setzt im Körper Endorphine (Botenstof- fe) frei, die unsere Stimmung verbessern.
JLaufen macht gesünder und insge- amt belastbarer.
Dies haben schon einige Mitglieder selber erfahren können. Herr Roland Blumensaat hat auf den letzten beiden Patienten- und Ärztetreffen davon berichtet. Der Aufbau der Muskeln durch Laufen und Sport un- terstützt die Blutzirkulation, da die Muskelpumpe die Arbeit der Gefäße unterstützen kann. Eine kräf- tige Oberschenkelmuskulatur z.B. sorgt zusammen mit Bändern und Sehnen für ein gesichertes und ab- gepuffertes Kniegelenk. Arthrose kann vorgebeugt oder ihr Verlauf verlangsamt werden. Moderate Bewegung stützt den gesamten Bewegungsappa- rat und beugt Gelenkschäden vor, da die schonende Knorpelmasse im Gelenk ernährt und aufgebaut wird.
J Kann ich das auch?
Jeder kann seine individuelle gesunde Form der Bewegung finden die auch Freude macht. Radfah- ren und Schwimmen sind auch bei Übergewicht möglich, das Gewicht wird von Sattel oder Wasser abgefangen und belastet nicht die Gelenke. Laufen mit geeigneter Technik ist für fast jeden möglich, denn anders als bei Tennis, Skifahren, Fußball oder Handball kommt es beim Laufen, Schwimmen und Radfahren nicht zu ruckartigen Bewegungen und Verdrehungen. Ein guter Anfang für Einsteiger kann das Gehen (mit oder ohne entlastende Stöcke) sein. Ein guter Anfang ist auch, im Alltag Routinewege wie den zum Bäcker zu Fuß zurückzulegen. Verabredun- gen mit Freund oder Freundin machen es leichter, die eigenen Vorsätze einzuhalten.
Dezember 2015
                                                                                                                                                                    Vor Beginn mit dem Sport...
C
...ist eine aktuelle Untersuchung des Gesund- heitszustandes beim betreuenden Gefäßspe- zialisten und eventuell auch ein Gespräch mit einem Sportarzt ganz wichtig! Bei allen Aktivi-
täten sollte anfangs der Puls kontrolliert werden! Kran- kenkassen finanzieren in unterschiedlichen Varianten Bewegungskurse und Gesundheitsvorsorge!
Erfahrungen von BV-Mitgliedern
                                                                                                                     „Ich komme gerade vom Pilates-Yoga und würde das noch als emotional-körper- lichen Ausgleich ergänzen.
Ich glaube gerade mit einer Erkrankung braucht man ein gutes Körpergefühl, und sollte hin und wieder in diesen hineinhören. Es ist eine faszi- nierende Erfahrung für mich, wie gut das gerade tat!“ (Britta K.)
„Mit trainierten Reflexen sinkt die Gefahr, sich zu verletzen. Von klein an haben wir unseren Sohn - gegen den Rat der Ärzte - alles machen lassen, was ihm und seiner Seele Freude gemacht hat. Selbst wenn er als Kind mit dem Rad gestützt ist - nie
auf die erkrankte Seite. Ganz verwirklichen ließ sich das nicht immer, das geliebte Fuß- ballspielen im Verein musste er aufgeben, da die Gefahr stumpfer Verletzungen mit dem Eifer und der Kraft der Freunde stieg. Aber das war die einzige Einschränkung.“
(Maria B.)
„Was die Laufaktivitäten an- geht, so gibt es bisher keine standardisierte Übungspro- gramme. Meine Erfahrung ist aber die, dass die Eltern die Aufforderung, intensiv Sport zu betreiben, sehr positiv aufnehmen.
Wenn man sich Zeit nimmt, um das Umfeld und die Möglichkeiten zu erkunden, so findet man eine Sportart, die zum jeweiligen Alter und Charakter des Kindes bzw. Ju- gendlichen passt. Wie gesagt, man muss Zeit investieren, aber man erreicht eine Form der Selbsttherapie, die ein Leben lang hält!“
(PD Dr. med. Barbera)
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Grafiken: © Matthew Cole - fotolia.de










































































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