Page 27 - Das Magazin 2015
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 onellen Folgeschäden um jeden Preis eine radikale chir- urgische Resektion anzustreben.
Diverse Innovationen sind bei der Therapie von Lymphangiomen eingeführt worden, wie z.B. die intralä- sionale Endoskopie zur besseren morphologischen Be- urteilung von diesen Läsionen, aber auch zur gezielten endoskopisch gesteuerten Sklerosierung oder die Radi- ofrequenztherapie. Eine umfassende Betreuung beginnt oft schon vor der Geburt! Die meisten ausgedehnten Lymphangiome können heutzutage bereits im Rahmen der pränatalen Ultraschalldiagnostik erkannt werden. Durch eine EXIT-Prozedur können bei ausgedehnten Be- funden bei der Geburt bereits die Atemwege gesichert werden. Ein Teil der Betroffenen klagt trotz einer maxi- malen Therapie über sekundäre bzw. Folge-Probleme, z.B. eine Kieferfehlstellung oder auch Beeinträchtigun- gen der Zungen- oder der Kehlkopffunktion. Manchmal kann eine Beteiligung im Bereich des Brustkorbes vorlie- gen, die das Hinzuziehen eines Spezialisten aus einem anderen medizinischen Fachgebiet wir z.B. Pädiatrie, Kinderchirurgie oder Thoraxchirurgie erforderlich macht. So sind bei der Betreuung von betroffenen Patienten, hier vor allem bei betroffenen Kindern, neben HNO-Ärz- ten und o.g. Berufsgruppen nicht selten auch MKG-Chi- rurgen, Logopäden, Kieferorthopäden, Radiologen und Augenärzte erforderlich.
Immer wieder, natürlich auch aus Verzweiflung ange- sichts ausbleibender Behandlungserfolge, wird eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von lympha- tischen Malformationen postuliert. Erst kürzlich wurde über den erfolgreichen Einsatz von Sildenafil bei der Behandlung von Lymphangiomen berichte. Diese Mittei- lung über den möglichen erfolgreichen Einsatz von Sil- denafil wurde jedoch nicht intensiv weiterverfolgt und der therapeutische Effekt bei den publizierten Fällen kritisch hinterfragt. Auch beim Einsatz des Rapamycin ist aufgrund des potentiellen Nebenwirkungsspektrums, vor allem der Immunsuppression, beim heutigen Wis- senstand eine strenge Indikationsstellung angebracht.
Zusammenfassung
Die Lymphangiome sind gutartige Fehlbildungen, die jedoch je nach ihrem Ausmaß sehr starke Beeinträchti- gungen herbeirufen. Die Therapie liegt nicht nur in ei- ner radikalen Chirurgie. Die konventionelle Chirurgie, die Sklerosierungstherapie, die Laserbehandlung und nach strengen Kriterien das Rapamycin stellen die zur- zeit akzeptierte therapeutische Optionen für lymphati- sche Malformationen dar. Sinnvoll ist eine kombinierte Behandlung bei ausgedehnten Befunden. Diese Fälle brauchen eine interdisziplinäre Betreuung.
Dezember 2015
    &
Buchtipp
   Julie B. hat für den B.V. das Buch gelesen:
Nicht mit mir! von Christine Biernath
ISBN 978-3-407-74333-6 Verlag BELTZ & Gelberg
Ein Roman über Mobbing und Courage.
„Die Fronten in der Klasse sind klar. Dünne gegen Di- cke, Coole gegen Uncoole. Und es funktioniert, weil niemand widerspricht. Lukas nicht, der sich von Lenn- ard vorführen lässt, weil er sich Anerkennung erhofft. Jenny nicht, die mitmacht, aus Feigheit und Angst. Als Nadja neu in die Klasse kommt, wittert die Clique um Lennard sofort ein neues Opfer. Doch Nadja lässt sich nichts gefallen. „Nicht mit mir!“ sagt sie. Und tatsäch- lich kommt Bewegung in die Klasse, beginnt die Cli- que an Lennard zu zweifeln....
Zitat von Julie Bruns: „Ich war letztes Jahr beim Pa- tiententreffen in Oberwesel dabei. Wo ich das Buch ‚Nicht mit mir‘ mitgenommen habe. Das habe ich mir durchgelesen, und es war sehr interessant. Es gab Si- tuationen, die ich so noch nicht kannte. Aber es gab auch Situationen, die bei mir sehr ähnlich vorkamen,
wie z.B. dass man nicht alles mitmachen kann, dann da alleine steht und gelacht wurde „Dein Bein ist ja dick!“ und man drüber Spässe gemacht hat. Das war nicht schön, und im Buch ging es ja um so etwas. Allei- ne sein und dass man sich zurückzieht, weil man nicht alles machen kann wie andere Menschen, die gesund sind. Was ich damit sagen will ist, dass ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehle. Das Buch ist interessant, weil es bestimmt noch mehr Menschen gibt, die auch in solchen Situationen waren oder sind.
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