Page 18 - Das Magazin 2015
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 Dezember 2015
     links: Zeichnung eines Jungen (13 J.) mit einer angeborenen Gefäßfehlbildung | rechts: Foto des schmerzhaften Bereiches sowie MRT-Bild
zentrationsübungen oder durch Lesen sowie durch sozi- ale Aktivitäten scheint ein generell sehr gutes Schmerz- verarbeitungsmuster zu sein.
Interessanterweise ist die Anwendung von Kälte oder Wärme ganz klar personenabhängig von unterschiedli- cher Wirkung. Bei ca. 15 % der Patienten bringt Wärme eine Linderung. Etwa 70 % der Patienten berichten über eine Besserung der Schmerzen durch lokale Applikation
von Kälte. Weitere ca. 15 % vermeiden sowohl Wärme als auch Kälte, da dies die Schmerzen eher verstärkt. Berichtenswert hier sicherlich auch noch die lokale Ap- plikation von Quarkwickelumschlägen, die unabhängig voneinander von mehreren Patienten als positiv emp- funden wurden.
Die hier angeführten Ergebnisse sind sicherlich insbe- sondere in der Häufigkeit ihrer Nennung nicht repräsen- tativ im Sinne einer wissenschaftlichen Studie, geben jedoch einen guten Überblick über Erfahrungen einer größeren Gruppe von Betroffenen.
Fazit
Schmerz stellt eines der Leitsymptome bei Patienten mit angeborenen Gefäßanomalien dar. Seine Ursachen sind vielfältig, entsprechend auch die medizinischen Behandlungsansätze. Schmerzmittel stellen dabei erst in zweiter Linie eine Langzeitlösung dar. Wichtiger ist es, die ursächlichen pathologischen Prozesse zu behandeln. Die Schmerzbewältigungsstrategien der Betroffenen sind deutlich unterschiedlich, wenngleich sich hier Mus- ter abzeichnen. Auch alternative Verfahren spielen hier eine Rolle, parallel zur physikalischen Therapie. Ablen- kung und Konzentration auf andere Dinge hilft fast Allen.
Aufgrund der ganz unterschiedlichen Re- aktion auf ähnliche Maßnahmen gilt es für jeden Betroffenen eine ganz individu- elle Schmerzbewältigungsstrategie für sich aufzubauen.
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Buchtipp
Frau Hautkappe hat das Buch gelesen:
Unser Kind ist chronisch krank von Jesper Juul ISBN 978-3-407-22939-7 Verlag BELTZ
Jesper Juul zeigt Wege auf, wie Eltern kranker Kin- der Kraftquellen erschließen, die allen Familien- mitgliedern Entlastung ermöglichen. Kraft entsteht dort, wo die eigenen Bedürfnisse ernst genommen werden und wo wir dem Kind zutrauen, schrittweise Eigenverantwortung im Umgang mit der Krankheit zu lernen.
Frau Hautkappe meint: „Dies ist eines der vielen Bü- cher von Jesper Juul, in denen er aus verschiedenen Blickwinkeln der einzelnen Familienmitglieder die Situationen, die im Leben mit einer chronischen/ seltenen Erkrankung auftreten, analysiert. Jeder Le- ser wird sich an irgendeiner Stelle selbst erkennen und kann vielleicht Denkanstöße bekommen.“
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