Page 9 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
P. 9

September 2012
Computertomograph
der Diagnose von peripheren Gefäßfehlbildungen. Durch bildgebende Untersuchungstechniken gelingt die Doku- mentation der jeweiligen Gefäßveränderung nicht nur                                                          in Unterhautfettgewebe und mitunter Muskulatur sowie Knochen. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass die wahre Größe einer Gefäßfehlbildung so- wohl bei dauerhafter konservativer Behandlung als auch vor und nach einer operativen Versorgung berücksichtigt werden muss.
                                                              Ultraschall-Bildgebung (Sonographie)                     Mittel der Wahl, auch weil dieses Verfahren ohne Belas- tung für das Gewebe ist. In der Hand des geübten und er- fahrenen Gefäßexperten gibt diese Methode in der Regel erste Informationen über Ausmaß und Eigenschaften der Erkrankung. Bei der Sonographie werden Schallwellen in das untersuchte Gewebe gesendet, die von den Gewe-                                                              wieder vom Gerät empfangen werden. Aus diesen Daten berechnet der Computer ein Bild. Mittlerweile ist das Verfahren so optimiert worden, dass mittels Ultraschall Flussrichtungen und -geschwindigkeiten bestimmt wer- den können (Duplex-Sonographie). Dadurch können arte- rielle von venösen Gefäßen unterschieden und mögliche Kurzschlüsse (sog. Fisteln) entdeckt werden.
Außerdem kann man die Gefäßveränderungen abhängig von der Geschwindigkeit des Blutes in sogenannte Hoch-                                                      - teilen. Dennoch gelingt nicht bei allen Patienten eine vollständige Darstellung der Läsionen. Dies hängt damit zusammen, dass die Schallwellen an bestimmten Struk- turen vollständig ausgelöscht werden und somit kein Si- gnal zur Bildberechnung mehr empfangen werden kann. Außerdem ist die Eindringtiefe der Schallwellen in Gewe- be begrenzt, so dass besonders tief gelegene Strukturen nicht sicher abgebildet werden können.
In vielen Zentren wird die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Bei der MRT wird der Patient auf einer Liege in einer Röhre einem starken Magnetfeld ausge- setzt, welches keinerlei Nebenwirkungen hat. Allerdings verbietet das Magnetfeld die Untersuchung von Pati- enten mit Herzschrittmachern oder Metallimplantaten. Ansonsten ist die MRT grundsätzlich für jeden Patienten anwendbar. Kurze Impulse auf den Patienten führen zu Veränderungen im Magnetfeld, die von Computern in Bil- der umgerechnet werden. Gut verträgliche Kontrastmittel erlauben die Darstellung von Gefäßverläufen und somit die Erfassung des gesamten Ausmaßes einer vaskulären Fehlbildung (sog. MR-Angiographie).
Die MRT eignet sich als etabliertes Verfahren sowohl für die Diagnose als auch für die spätere Verlaufskontrolle, um entweder ein mögliches Wachstum der Läsionen zu dokumentieren oder den Erfolg einer Therapie zu über- prüfen.
In vielen Zentren hat sich die Computertomographie (CT) bei der Abklärung von Gefäßerkrankungen etabliert. Bei der CT rotiert eine Röntgenröhre um den Patienten und sendet kontinuierlich Röntgenstrahlen aus. Ihr gegen- über empfangen spezielle Detektoren die Strahlung und berechnen aus der jeweiligen Abschwächung das Bild als überlagerungsfreies Schnittbild. Nach Gabe von jod- haltigen Kontrastmitteln kann man Gefäße zeitlich und räumlich hoch aufgelöst darstellen. Allerdings hat die CT erhebliche Nachteile wie die relativ hohe Strahlenbelas- tung und die Anwendung eines mitunter unverträglichen Kontrastmittels.
Aus denselben Gründen ist auch
die klassische Phlebographie
nur ausgewählten Fällen vor-
behalten. Bei dieser Untersu-
chung mittels Röntgenstrahlen
wird ein dünner Katheter in
das zuführende Blutgefäß ge-
schoben. Über diesen Katheter
wird jodhaltiges Kontrastmittel
gespritzt, um die Gefäßfehl-
bildung sichtbar zu machen.
Durch die Einführung der digita-
len Subtraktionstechnik konnte
die Strahlendosis der Methode
deutlich reduziert werden. Durch ihren hohen Bildkont- rast rechtfertigt sich allerdings der Einsatz.
„Die Kunst ist, nicht das Machbare, sondern das Nötige zu tun.“
Phlebograhie, rechtes Bein
9


































































































   7   8   9   10   11