Page 37 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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September 2012
oder eine falsche Kompressionstherapie zu chronischen Wunden führen. Die adäquate Therapie besteht aus der Druckentlastung. Nur die konsequente Vermeidung der Druckbelastung ermöglicht die Wundheilung.
Operationen
                                                         medizinischen Maßnahmen wie Operationen. Dabei sind zwei wesentliche Ursachen anzuführen:
   Kleine Blutgefäße, die im Weg sind, werden bei der Operation verschlossen, damit es nicht zu viel blutet. Sie werden entweder unterbunden oder mit elektri- schem Strom verschmolzen. Der Körper bildet relativ schnell neue Blutgefäße und der Verlust der kleinen Blutgefäße wird nicht bemerkt. Operiert man aber mehrfach in kürzeren Abständen im gleichen Gebiet, kann der Körper nicht genügend neue Gefäße bilden. Es kommt also durch das konsequente Verschließen der kleinen Blutgefäße zu einer Minderversorgung im Operationsgebiet. Diese Minderversorgung führt zu ei- ner Mangelernährung und die Wunde heilt nicht. Eine adäquate Therapie ist schwierig, da es keine Möglich- keit gibt, die Gefäßversorgung in dem jetzt gefäßar- men Operationsgebiet zu verbessern. Versuchsweise kann hier mit Infusionen die Perfusion (Durchblutung)                                                       -                                                         Anerkannt sind diese Verfahren jedoch nicht.
   Eine zweite Ursache für postoperativ nicht oder nur schlechte heilende Wunden ist Spannung im Gewe- be. Gerade bei rekonstruktiven Operationen, bei de- nen Gewebe entfernt wird, muss der Operateur ab- schätzen, wie viel er entfernt. Es muss so viel Gewebe erhalten werden, wie notwendig ist, um die Wunde wieder zu verschließen. Trotz größter Sorgfalt kann es hier zu Problemen kommen. So kann z.B. durch eine Infektion weiteres Gewebe verloren gehen oder das Gewebe kann durch die Vernarbung stärker schrump- fen als erwartet. In beiden Fällen fehlt Gewebe für eine ausreichende Deckung und das Gewebe steht                                                       durch eine weitere Operation mit plastischer Deckung der Wunde durch eine Transplantation möglich.
links): sekundärheilende Wunde nach operativer Entfer-                                           
(rechts): fast vollständige Heilung 8 Wochen später
                            
Eine frische Operationswunde bei der die Wundränder sauber aneinander haften und die Haut intakt ist, braucht                                                         - wirkungen von außen schützt. Bei einer chronischen                                                    - keit (Exsudat) aus der Wunde. Würde man diese Wunde mit einem trockenen Verband abdecken, können die frei- liegenden Zellen nicht wachsen, sondern vertrocknen. Man kennt dieses Phänomen von einer Blase, die man                                                           Blase, trocknet das frische Gewebe ein und wird rissig. Eine chronische Wunde braucht also Flüssigkeit, damit die Zellen überleben und wachsen können. Die Kunst der Wundbehandlung ist nun die Regulierung der Flüssigkeit. Zu wenig Flüssigkeit lässt die Zellen vertrocknen und zu viel Flüssigkeit lässt die Zellen ertrinken. Auch dieses Phänomen ist jedem bekannt, der seine Hände schon mal lange Zeit im Wasser gehabt hat. Die Haut quillt auf und wird schrumpelig. Nun hat die Haut eine Fettschicht und kann sich eine Zeit lang gegen zu viel Flüssigkeit wehren - das Gewebe einer chronischen Wunde kann dies nicht.
                                                                                                                  - spricht, dass ihr Produkt das Beste sei. Verlässliche Studi- en gibt es dazu jedoch nicht. Der Wundexperte muss also für den jeweiligen Zustand der Wunde eine geeignete                                                      - lungserfolg dem Flüssigkeitsbedarf der Wunde anpassen.
                                                      führt nicht zum Erfolg, wenn nicht gleichzeitig die Ursa- chen der Wunde behandelt werden.
Weitere Informationen: Initiative Chronische Wunden e.V., der auch Prof. Dr. Kröger angehört
Impressum
Herausgeber:
Bundesverband
Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V.
Blötter Weg 85 · 45478 Mülheim an der Ruhr
Redaktion:
Maria Bäumer; Alexander Exner; Hartmut Grosch; Britta Kleinertz; Claudia Köster.
Bundesverband
Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V.
Blötter Weg 85 · 45478 Mülheim an der Ruhr
Gestaltung:
Firma SIKA Dr. Siebert & Kühn GmbH & Co. KG mit Unterstützung von Birgit Volze
Druck:
Druck- und Verlagshaus Thiele & Schwarz GmbH
                                                             - schließlich bei den Verfassern. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
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