Page 32 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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September 2012
Nutzen einer Kompressionstherapie
Ziel der Kompressionstherapie ist ein Komprimieren (Zu- sammendrücken) der Extremität, sodass die im Gewebe                                                     - ße resorbiert (aufgenommen) werden kann. Dann kann sie regelrecht herzwärts abgeleitet werden. Um diesen                                                             stark sein und von distal (Fuß, Hand) nach proximal (Ober- schenkel, Aberarm) in ihrer Stärke abnehmen. Außerdem ist die Kompression dosiert anzuwenden und darf nicht so stark sein, dass sie zu Druckschäden führt.
Eine Kompressionstherapie bewirkt eine Steigerung des                                                        auf die Venen wird der Durchmesser der Gefäße verengt und dadurch die Fließgeschwindigkeit des Blutes nahe- zu verdoppelt. Des Weiteren bildet die Kompression ein stabiles Widerlager für die Muskulatur. Dadurch wird die Pumpwirkung der Muskeln intensiviert. Dies verbessert                                                                                                              - sereinlagerungen) reduziert bzw. verhindert. Langfristig wird so ein Umbau der Haut und des Fettgewebes ver-                                                    - rationen) vermieden.
Man unterscheidet verschiedene Strumpfarten! Stützstrümpfe                                           Sie sind im Einzelhandel erhältlich und müssen selber ge- kauft werden, da sie nicht verordnet werden können.
Antithrombosestrümpfe sind Strümpfe, die bei immobi- len Patienten nach einer Operation die Entwicklung einer Thrombose verhindern sollen. Sie kommen nur kurzfristig im Krankenhaus zur Anwendung
Medizinische Kompressionsstrümpfe sind auf den Arm oder das Bein angepasste Kompressionsstrümpfe mit                                                                  tagsüber dauerhaft getragen werden, um die Extremität schlank zu halten, d.h. eine Schwellung zu verhindern. Sie                                                               sein und aus verschieden dicken Geweben bestehen. Medizinische Kompressionstrümpfe sind von jedem Arzt zu verordnen und werden von der Krankenkasse bezahlt. Für das Bein gibt es sie als Socke, Unter- oder Oberschen- kelstrumpf und als Strumpfhose, für den Arm als Hand- schuh und als Unterarm- bzw. Oberarmärmel.
Umgang mit medizinischen Kompressionstrümpfen (MKS)
  MKS sind tagsüber von früh am Morgen bis spät am Abend zu tragen, nachts nicht.
  MKS halten ein Bein schlank, aber machen es nicht schlank. MKS müssen daher auf ein schlankes Bein angemessen werden, aus dem zuvor das Ödem aus- gewickelt wurde.
  MKS altern und müssen regelmäßig ersetzt werden. Der Arzt darf problemlos ein Paar Strümpfe pro Quar-
(Prof. Dr. K. Kröger)
Strumpfklasse
Sinnvoll bei folgenden Krankheitsbildern
Klasse 1:
Leichte Kompression                
- bei geringer Krampfaderbil- dung
Klasse 2:
Mittelkräftige Kompres- sion
               
- stärkerer Krampfaderbildung - Abgeheiltem Geschwür,
- bei Thrombosen,
- Angiodysplasien
- Krampfadern
in der Schwangerschaft
Klasse 3:
Kräftige Kompression               
- immer dann wenn ein Strumpf Klasse 2, die Beschwerden nicht lindert
Klasse 4:
Extrakräftige Kompression               
- nur bei ganz schwerem Ödem, welches anders nicht zu behandeln ist
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Tab. 1: Einteilung der medizinischen Kompressionstrümpfe in 4 Kom- pressionsklassen. Angegeben ist der Druck, den der Strumpf auf die Haut in der Fesselgegend bzw. am Unterarm ausübt.
                                                   (Arbeit, Sport, Schule, Disco, etc.). Ein Arzt kann mehr verordnen, dies sollte aber zuvor mit der Krankenkas- se besprochen werden, damit Sie als Patienten nicht auf den Kosten sitzen bleiben.
  Das Anziehen der MKS ist schwierig und bedarf eini- ger Übung. Es gibt Anziehhilfen, die das Anziehen er- leichtern. Sinnvoll sind auch Gummihandschuhe, aber insgesamt muss man morgens ein paar Minuten mehr für das Ankleiden rechnen.
  MKS saugen das Fett der Haut auf. Werden MKS also über Jahre getragen, kann die Haut unter dem Strumpf trocken und rissig werden. Die Haut sollte also abends                                               - mittel eingecremt werden. Bei Kindern ist das weniger                                                         -                                                      
Ergänzung vom Bundesverband:
Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Qualitä- ten und aus verschiedenen Materialien, in Sanitätshäu- sern wird man hierzu kompetent beraten. Es gibt auch                           
Leider übernehmen die Krankenkassen nicht bei allen Strümpfen den vollen Preis, dies sollte vor der Bestellung bei der Krankenkasse erfragt werden. MKS sind am bes-                                                         - nen Region dann minimal ist.
Das Anziehen geht mit etwas Übung bei KKL2 schnell, bei KKL 3 dauert es etwas länger.
Anziehhilfen erleichtern das Anziehen und sind sowohl für Bein- als auch für Arm- MKS erhältlich. Einige Ärzte empfehlen auch nächtliches Tragen der MKS.


































































































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