Page 24 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
P. 24

September 2012
                                                           auch die großen Leitvenen* beteiligt oder liegen am Bein zusätzliche Marginalvenen* vor.
Die gerade beschriebene Laserkoagulation ist im Ver- gleich zu der Sklerotherapie* eine lokale und nicht re- gionale Therapie. Das bedeutet, dass keine entfernten                                                             eintritt, wo der Laser auf das Gewebe einwirken kann.
Hier ist es vor einer Laserbehandlung unabdingbar, die Malformation in ihrer Gesamtausdehnung diagnostisch zu erfassen und ggf. ein Therapiekonzept in Kombination mit chirurgischen Verfahren oder einer Sklerosierungsbe- handlung zu entwickeln.
Eine große Gruppe der VVM im Kopf-Hals-Bereich zeigt livide verfärbte Gefäßerweiterungen im Rachen und obe- ren Kehlkopfbereich mit entsprechenden Beeinträchti- gungen des Schluckens und der Atmung oder gehäuften                                                           Wandschichten aufweisen, ist eine besonders schonen- de Schrumpfung erforderlich um Blutungen durch Plat- zen der Gefäße während der Behandlung zu vermeiden. Hier hat sich eine Technik bewährt, bei der in Narkose, bei dem über einen Tubus (Beatmungsschlauch) künst- lich beatmeten Patienten, der gesamte Rachenraum mit                                                                                                                  -                                                          - ger Kühlung der Umgebung (Abbildung 4).
Nd:YAG Laser Behandlung unter Eiswasser
In der Behandlung von Gefäßerweiterungen an den Au- genlidern hat sich die s.g. Impressionstechnik bewährt (Abbildung 5). Hierbei wird die dünne Laserfaser nur auf das Gewebe aufgesetzt und drückt dieses leicht ein, ohne es zu punktieren.
Damit erreicht man ebenfalls eine Verlagerung der Laser-                                                         nennenswert beeinträchtigt wird. Ein weiterer Vorteil – gerade in Augennähe besonders wichtig – ist die gute Steuerbarkeit der Abstrahlungsrichtung, um eine Schä- digung des Auges sicher zu vermeiden. Dieses wird bei augennahen Behandlungen selbst mit einem Metallspa- tel abgedeckt, so dass auch eine Verletzung durch Streu- strahlung sicher ausgeschlossen ist.
Nd:YAG Laser Impressionsbehandlung
Arterielle vaskuläre Malformationen (AVM)
Die Wirkung des Lasers beruht zum großen Teil in der Um- wandlung von Licht in Wärme. Dies bedeutet, dass die Laserwirkung umso schlechter wird, je größer die Kühl- wirkung ist. Dies ist in besonderem Maße bei hohem Blut-                                                                  - ranwendung bei AVM von nachrangiger Bedeutung. Wir prüfen daher bei jeder Malformation mit hohen arteriel- len Flüssen zunächst die Möglichkeit einer Behandlung mittels Embolisation (künstlicher Verschluss von Blut- gefäßen), durch den interventionell tätigen Radiologen. Es gibt jedoch eine Reihe von speziellen Situationen, in denen eine Embolisation aus den verschiedensten Grün- den nicht durchführbar ist oder mit zu hohen Risiken ver- bunden wäre. In diesen Fällen stellt die Laserbehandlung auch die primäre Option einer Behandlung dar. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die arterio-venösen Ver-                                                         verbliebene Restbefunde nach bereits durchgeführten Embolisationen stellen dann eine Indikation (einen medi- zinischen Grund) zur Laserbehandlung dar. Diese erfolgt bevorzugt in der oben beschriebenen Punktionstechnik mit Positionierung der Laserfaser direkt an dem zu ver- schließenden Gefäß, weil hierdurch eine hohe punktuelle Leistungsdichte zu erzielen ist.
Zusammenfassung
Auch die Laserbehandlung kann also keine Wunderhei- lungen vollbringen. Sie ist jedoch in der Lage, die Erkran- kungssituation zu verbessern, Beschwerden zu lindern, Komplikationen zu vermeiden und so dem Patienten zu helfen, besser mit der Malformation leben zu können.
Die verschiedenen Lasersysteme stellen hoch wirksame Instrumente dar, daher ist verständlich, dass auch über mögliche Nebenwirkungen gesprochen werden muss.
Die Laserbehandlung ist in der Regel eine ausgesprochen „unblutige“ Behandlungsmethode, auch der nach chirur- gischen Verfahren mögliche Wundschmerz ist nach einer Laserbehandlung kein Problem.
Eine vorübergehende Schwellung und Verhärtung, evt. mit leichter Bewegungseinschränkung tritt nahezu regel- haft nach jeder Behandlung auf. Bleibende Beeinträch- tigungen, wie z.B. motorische Lähmungserscheinungen durch Nervenschädigung, sind die absolute Ausnahme.
24


































































































   22   23   24   25   26