Page 21 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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Laserbehandlung vaskulärer Malformationen (OA P. Urban)
Vorbemerkungen
Wir begreifen vaskuläre Malformationen (Gefäßfehlbil- dungen) als angeborene Erkrankungen im Sinne eines fest eingebauten Fehlers im Konstruktionsplan des Körpers.
Dementsprechend ist eine vollständige Beseitigung un- ter der Vorstellung eines „Weglaserns“ nur in vereinzel- ten Ausnahmefällen möglich.
Die gute Nachricht ist jedoch, dass den meisten Patien- ten durch Laserbehandlungen deutlich geholfen werden kann. Man sollte sich die Situation ähnlich dem Diabe- tes mellitus (Zuckerkrankheit) vorstellen: eine Heilung ist                                                         - thoden zur Verfügung.
Die große Breite der klinischen Erscheinungsbilder die- ser Gefäßanomalien macht es schwierig bis unmöglich, ein für alle Patienten einheitlich gültiges Behandlungs- programm zu erstellen. Es ist daher wichtig, für jeden Pa- tienten die geeigneten Lasersysteme auszuwählen und die entsprechenden Anwendungsformen zu verwenden.
Die Lasertherapie ist daher stets eine individuell ange- passte Behandlung.
Was ist ein LASER?
Das Wort LASER ist ein Akronym, das heißt ein Kunstwort,                                                                                                                           was soviel bedeutet wie: Lichtverstärkung durch die sti- mulierte (angeregte) Emission (Aussendung) von Strah- lung.
Ein Laser ist demnach ein Gerät, das in der Lage ist, ein besonderes, so in der Natur nicht vorkommendes Licht zu erzeugen.
Dieses Licht zeichnet sich durch besondere Eigenschaf- ten aus. Unter anderem ermöglicht die Parallelität der Strahlung auch über große Entfernungen eine starke                                                             lebendes Gewebe eine hohe Energie, die zu sofortigen                                       
Der Hauptunterschied zu einer klassischen Lichtquel- le, wie beispielsweise einer Glühlampe, ist jedoch, dass Laserlicht nur eine Wellenlänge aufweist, also nur eine Farbe hat, es ist monochromatisch.
Je nach Wellenlänge ist die Gewebewirkung völlig unter- schiedlich. Manche Laser dringen tief in das Gewebe ein,                                                       Gewebe.
Daraus wird klar, dass es nicht einen Laser gibt, sondern eine Vielzahl verschiedener Laser mit jeweils völlig un- terschiedlichen Anwendungen.
Je nach gewünschter Wellenlänge benötigt man für die Erzeugung des verstärkten Lichtes unterschiedliche Me- dien. Dies können Kristalle (z.B. Neodym:YAG), Gase (z.B. Argon oder CO2                                                  Damit diese Medien ihr spezielles, verstärktes Licht ab- geben können, muss ihnen von außen Energie zugeführt werden, dies nennt man pumpen. Der Vorgang geschieht in einem sog. Resonator, bildlich gesprochen wie ein Re- aktor in einem Kraftwerk, durch starke Blitzlampen oder hohe Stromspannungen. Durch das Pumpen wird in den Atomen des Mediums mit den Photonen, das sind die kleinsten Teilchen der elektromagnetischen Strahlung,                                                          Laserstrahl entsteht.
                                      
Kapilläre vaskuläre Malformationen, d.h. der Naevus                                                        -                                                           für eine Laserbehandlung, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Mit der Einführung des blitzlampenge-                                                     - ginn bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter möglich (Abbildung 1).
                                                     links nach unten rechts
                                                                Disruption (Zerreißung) der feinen Kapillaren, anderer- seits treten auch Thrombosierungen (Verstopfungen) auf. Unmittelbar im Anschluss an die Behandlung kommt es zu einer charakteristischen dunkellividen (lila mit Grautönen) Färbung im Bereich der behandelten Haut. Diese Purpura benötigt 7-14 Tage, bis sie vollständig abgebaut wird. Es kann auch ein Begleitödem (Flüssigkeitsschwellung) auf- treten, besonders im Bereich der Augenlider. Erst in den Wochen nach Rückbildung der Purpura kann eine Aussage                                                         
Die Haut sollte über diesen Zeitraum mit einer rückfet-                                                        sind zu vermeiden.
Die Behandlungen werden üblicherweise in Intervallen von 6 bis 8 Wochen wiederholt, bis eine zufriedenstel-
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