Page 20 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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September 2012
Diese Venen bilden unter der Haut reich verzweigte Ve- nenstämme, die das Blut zu zwei Hauptstämmen führen: zur Vena saphena magna(Abb.A), die vor dem Innenknö- chel am Fuss beginnt, über die Innenseite des Beines nach oben zieht und in der Leiste in eine tiefe Leitvene mündet, und zur Vena saphena parva (Abb.B), die hinter dem Außenknöchel des Fußes beginnt, relativ mittig über der Wade senkrecht nach oben verläuft und in der Knie-                                         
Die Stammvenen besitzen alle 2 - 5 cm eine Venenklap- pe, da sie unter der Haut verlaufen und daher beim Ab- transport des Blutes Richtung Herz nur wenig von den Muskelpumpen unterstützt werden können.
3.3. Die Perforansvenen
Die Perforansvenen sind die Querverbindungen zwischen den Leit- und den Stammvenen. Pro Bein können bis zu 120 dieser Querverbindungen vorkommen. Über sie                                                            
Das tiefe Venensystem der Beine
die Leitvenen, also von der Haut weg ins tiefe Venensys- tem. Auch die Perforansvenen haben Klappen.
Die verschiedenen Formen angeborener Gefäßmal- formationen und ihre Diagnostik im Ultraschall (OA P. Urban)
Angeborene vaskuläre Malformationen treten mit einer                                                                                                                     unterschiedlichen Spontanverlaufes sowie der mögli- chen Komplikationen und verschiedensten Behandlungs- optionen strikt von der Gruppe der kindlichen Hämangio- me (Blutschwämme) unterschieden werden.
Neben chirurgischen und interventionell radiologischen Behandlungsmethoden hat sich die transkutane (durch die Haut), endoskopische und interstitielle (durch Punk- tion, im Gewebe) Nd:YAG-Laser-Behandlung als hervor- ragende Behandlungsoption etabliert, wobei präope-                                                            Ausdehnung zwingend erforderlich sind. Nach unserer Erfahrung erweist sich hierbei die farbkodierte Duplex- Sonographie (FKDS) als wertvollste diagnostische Metho- de, zumal sie bei geringem Aufwand, beliebig oft wieder- holbar und ohne jede Nebenwirkung ist.
Für den klinischen Gebrauch unterscheiden wir bei den Vaskulären Malformationen (VM) entsprechend der „Ham-                                                     wiegend venösen, überwiegend lymphatischen, kapillä- ren (Feuermale) sowie gemischten VM. Wir haben im Ver- lauf der letzten 12 Jahre ca. 2.500 Patienten mit Vaskulä- ren Malformationen in unserer Abteilung behandelt und vorher mittels FKDS untersucht. Hierbei dominierten die Gruppen der kapillären und venösen Malformationen.
Für jede Gruppe der Malformationen können klar unter- scheidbare Charakteristika dargestellt werden:
  Bei ausschließlich kapillären Malformationen im Sinne
                                                        pathologischen Strukturen darstellen.
  Arterielle Malformationen sind gekennzeichnet durch                                                         mit pathologischem Kinking (Knickbildung) und Coiling (Schlängelung) oder den Nachweis umschriebener a.v.- Shunts (Kurzschlussverbindungen zwischen Venen und Arterien) mit typischen Einstromphänomenen in nach- geschaltete venöse Ektasien (Erweiterungen). Das Fluss-       der regional versorgenden Arterien ist aufgrund des erniedrigten peripheren Widerstandes typisch ver-                                                        Echostruktur, mit Verlust der physiologischen Fiederung.
  Der pathognomonische (charakteristisch kennzeich- nende) Befund venöser Malformationen ist der Nach- weis gruppierter lakunärer (höhlenartige Ausbuchtun- gen) Venektasien, aufgrund der Stase ohne spontane Farbkodierung, jedoch mit vollständiger Komprimier- barkeit, Phlebolithen (verkalkte Blutgerinnsel) sind                                                       - sen sich langstreckig avalvuläre (ohne Venenklappen) Marginalvenen nachweisen.
Lymphatische Malformationen zeichnen sich durch den Nachweis unterschiedlich großer, echoarmer bis echo- leerer und durch Septen separierter Zysten aus, deren                                                                                                                                                                               - personores Echomuster. In gemischten Malformationen lassen sich unterschiedliche Bestandteile nebeneinan- der nachweisen. Bei vaskulären Malformationen erlaubt                                                            - beurteilung. Sie sollte daher immer der erste Schritt in- nerhalb einer diagnostischen Kaskade sein und bestimmt die Notwendigkeit, Art und Ausdehnung einer additiven Diagnostik vor Festlegung eines Behandlungskonzeptes.
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