Page 16 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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September 2012
2.6 Multidisziplinäre Therapie
Sie kommt bei Gefäßfehlern zum Einsatz, die auch Struk- turen einschließen, die nicht zum Gefäßsystem gehören. Demzufolge sind neben den gefäßchirurgischen Maßnah- men weitere operative Behandlungsschritte anderer Fach- bereiche erforderlich, um ein optimales Ergebnis zu erzie-                                                       
  Orthopädie
  Plastische Chirurgie   Kinderchirurgie
  Handchirurgie
  Neurochirurgie
  Urologie
3. Ergebnisse
Im Rahmen einer Multizenterstudie, an der 4 europäische                                                           der Unterschiedlichen 6 chirurgischen Taktiken zur Behand- lung von 1892 Fällen mit angeborenen Gefäßfehlern erfasst:                                                
  Operationen zur Reduktion der hämodynamischen                                            
  Operationen zur Beseitigung des Gefäßfehlers: 955              
                                          
                                                                                                 
Zusätzlich wurden 8 Kategorien zur Bewertung der Lang- zeitergebnisse aufgestellt. Dabei konnten die objektiven Befunde der Nachuntersuchungen und das subjektive                                                       die Ergebnisse aller Behandlungsmethoden zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
                                   
                         
                                                                       
                            
                                
                       
                           
4. Schlussfolgerungen
Die Diagnostik und Therapie von kongenitalen vaskulären Malformationen wurden immer wieder kontrovers disku- tiert. Bei konsequenter Beachtung einer eingehenden Diag- nostik und Befolgung der bewährten Therapietaktiken und -techniken sind jedoch gute Langzeitergebnisse zu erzielen.
„Es gibt Schlimmeres
als nur einen Ohrring
tragen zu können!“
                                     und Freude)
Unsere Familie stammt aus Holland, unsere Tochter Seli- na ist heute sieben Jahre alt. Selina leidet an einer venö- sen Malformation im Gesicht. Ihre rechte Gesichtshälfte                                                                Dass etwas nicht stimmte konnten wir unmittelbar nach der Geburt sehen, auch wenn wir zunächst immer wieder mit verschiedensten Erklärungen beruhigt worden sind, bevor wir herausfanden, was nicht stimmte.
Die Hebamme meinte, die deutlich zu erkennenden blau- en Flecken in ihrem Gesicht kämen von der Geburt. Unser Hausarzt schickte uns eine Woche später zum Kinderarzt, der die Verfärbungen für ein normales Hämangiom hielt. Wir sollten uns keine Sorgen machen. Aber das ist leich- ter gesagt, als getan. Eines Tages entdeckten wir im Mund von Selina ebenfalls ungewöhnliche Flecken. Diesmal schickte uns unser Kinderarzt zu einem Spezialisten.
Zu diesem Zeitpunkt war unsere Tochter zehn Monate alt. Es wurde ein MRT Scan (Magnetresonanztomographie- Aufnahme) von Selina‘s Kopf erstellt. Die Diagnose: venö- se Malformation. Der Arzt sah keinen akuten Handlungs- bedarf, da es unserer Tochter gut ging und sie nicht an ihrer Krankheit zu leiden schien. Im Alter von fünf Jahren wurde wieder ein MRT Scan gemacht.
Zum Glück hat Selina immer noch kaum Beschwerden,                                                                sie nicht unnötig und so früh den vermeidbaren Neben- wirkungen einer Operation auszusetzen. So gehen wir einmal jährlich zur Kontrolle in Nijmegen in Holland.
Als Mutter möchte ich sagen, wie stolz wir auf unsere Tochter sind! Als ich meine kleine Selina mit Ihrem blau- en Fleck im Gesicht das erste Mal sah und dann von der venösen Malformation erfuhr, war es schwer für mich und meinen Mann zu akzeptieren, dass die Krankheit nicht mehr weggehen würde. Ich weinte viel, fühlte mich schuldig und dachte gleichzeitig immer wieder: warum wir, warum unsere Kleine? Wir rauchen nicht und trinken keinen Alkohol. In der Schwangerschaft habe ich bewusst gesund gelebt. Und doch ist etwas nicht in Ordnung. Je- den Abend bevor ich zu Bett gehe, gehe ich zu ihr ins Zim- mer, setze mich bei ihr ans Bett und beobachte sie voller Sorge und Angst.
Manchmal rollen Tränen über meine Wangen. Aber wenn ich daran denke, wie fröhlich, glücklich und lieb sie ist, wie viele Freunde sie hat und wie schnell sie Anschluss                                                                gut. Denn sie geht so gut mit ihrer Krankheit um.
Buchvorstellung
„Das tut den Venen gut“
               
Verlag: Blv Buchverlag;                                      Broschiert: 95 Seiten
ISBN: 978-3835405660 Preis: 12.95 €
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