Page 15 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
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September 2012
ggf. zusätzlich in Kombination mit gefäßchirurgischen Verfahren behandeln.
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                                                     -                                                       Das ist durch die schrittweise Exstirpation von fehlgebil- deten Venen und/oder den Verschluss großer atypischer,                                                          (Abb. 4).
Klinisches Bild und Phlebogramm eines vorwiegend venö-                                                        - chem venösem Hypertonus
2.3 Operationen zur Beseitigung des Gefäßfehlers
Sie sind indiziert, sofern sie topographisch ohne Funkti-                                                            zwar sowohl bei umschriebenen AV-Fehlern als auch bei venösen Formen.
                                                             subtotal beseitigt werden. In derartigen Fällen hat sich die unkonventionelle Resektionstechnik nach Belov IV bewährt. Dabei werden die zu resezierenden
Gewebe-Gefäß-Anteile ausgeklemmt und an der Basis mit einer fortlaufenden Blalock-Naht versorgt, sodass die Ge- webeanteile ohne Blutverlust reseziert werden können.
2.4 Kombinierte Therapie
                                                               rend (Tabelle 1) vorkommen und chirurgisch topogra- phisch nicht resezierbar sind. Dann werden nichtchirur- gische und chirurgische Behandlungstechniken kombi- niert. Dabei haben sich Therapieempfehlungen für die Anwendung der chirurgischen oder der nichtchirurgi- schen Behandlungsschritte bewährt, die zum einen die
pathoanatomische Form (extratrunkulär oder trunkulär), zum anderen die Lokalisation Gesäßregion, Oberschen- kel, Knie, Unterschenkel, Fuß, Schulter, Oberarm, Ellenbo- gen, Hand) berücksichtigen.
Wenn durch interventionell radiologische Embolisations- therapie wesentliche Anteile von AV-Fistel tragenden Re-                                                            nicht sondierbare und somit nicht embolisierbare klein- kalibrige AV-Fistel-Regionen. Diese sind hämodynamisch relevant und führen bei Belassung zu einer erneuten un- kontrollierten Ausbreitung neuer AV-Fisteln. Solche Regi- onen werden durch spezielle gefäßchirurgische Maßnah- men verschlossen.
2.5 Unkonventionelle Chirurgie
Sie kommt bei speziellen Indikationen zum Einsatz. Die operativen Methoden wurden für solche Formen von Ge- fäßfehlern entwickelt, die bisher als inoperabel galten. Von den hier aufgeführten 6 Techniken wird die partielle Seg-                                                                                                                   - le steht die Technik zur Resektion einer Marginalvene, ei- ner im Bereich der lateralen Gluteal-Ober- und/oder -Un-                                                                                                                                                                              venösen Gefäßfehler dar. Es hat sich bewährt, eine Mar- ginalvene nach ihren Segment- und Dränagetypen (nach                                                          so ist ein erfolgreiches Therapiekonzept zu erstellen.
Die Embryonalvene ist ein Spezialfall einer Marginalvene, da eine Aplasie (Fehlen) der Leitvenen besteht. Da die Embryonalvene die einzige dränierende Vene des Beines ist, entwickelt sie schon im Kindesalter einen erheblichen venösen Hypertonus. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von AV-Fisteln und venösem Hypertonus, weshalb eine Embryonalvene zunehmend AV-Fisteln entstehen lässt. Diese wiederum erhöhen den Hypertonus, sodass ein circulus vitiosus zustande kommt, der nur zu beherrschen ist, wenn die AV-Fisteln entfernt werden. Belov empfahl daher 1972 die Technik der Ske- lettierung der Embryonalvene als Therapieprinzip.
Aus Tabelle 2 sind die Langzeitergebnisse dieser unter- schiedlichen Therapieverfahren zu entnehmen, erfasst durch ein klinisches und ein subjektives Bewertungssystem.
Klinische
und subjektive Wertung
Marginalvene
Embryonalvene
Ausgezeichnet
66
Gut
94
18
Befriedigend
24
6
Anzahl total
18
24
Langzeitergebnisse nach chirurgischer Therapie einer Marginalvene und einer Embryonalvene
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