Page 14 - Magazin Ausgabe 1, September 2012
P. 14

September 2012
Trunkuläre arterielle, venöse und lymphatische Fehler ohne Shunt können als Aplasie oder Obstruktion sowie als Dilatation vorkommen (Tabelle 1). Ein extratrunkulärer                                                                - gramm der A. tibialis posterior im Fußbereich dargestellt.
                                                    -                             
Bei kombinierten Gefäßfehlern ist mehr als eine Kompo- nente des Gefäßsystems verändert. Sie können mit oder                                                         sein, arteriell, venös und lymphatisch. Die verschiedenen Typen dieser Fehler können aus Kombinationen aller ein- zelnen Komponenten bestehen.
2. Therapie
Bei der chirurgischen Therapie von vaskulären Fehlbil- dungen ist nicht nur die präzise Beachtung der speziellen Indikationen erforderlich, sondern es müssen darüber hi- naus auch bestimmte Strategien berücksichtigt werden, die sich aus den Erfahrungen ergeben, die in zahlreichen kooperierenden, spezialisierten europäischen Gefäßzen- tren gesammelt wurden und sich auf die Behandlung von mehr als 2000 Patienten beziehen.
Folgende Strategien wurden innerhalb von mehr als 45 Jahren erarbeitet und haben sich bewährt:
  Behandlungsbeginn im frühen Kindesalter (3.–7.
Lebensjahr)
                                                  
und Beseitigung der hämodynamischen Dysfunktion
  Individuell abgestimmte Therapie
  Operative Radikalität ohne Funktionsbeeinträchtigung
  Schrittweise chirurgische Therapie
  Kombinierte Therapie (interdisziplinär).
Ergänzende nichtchirurgische und chirurgische Therapiever- fahren haben sich ebenfalls bewährt. Eine nichtchirurgische Therapie ist indiziert, wenn
Superselektive Arteriographie der A. tibialis posterior und Darstel-                                 - trierenden AV-Fehlers bei einem 8-jährigem Mädchen
eine chirurgische Behandlung grundsätzlich unmöglich oder zunächst noch nicht durchführbar ist. Diese nicht- chirurgischen Maßnahmen können entweder isoliert oder in Kombination mit einem chirurgischen Behand- lungsverfahren durchgeführt werden.
Folgende nichtchirurgische Techniken haben sich in Ver-                                                  
                                                   
Fehler sowie alle persistierenden mikrovaskulären AV-Fisteln, sofern keine zuführenden Fistelarterien für eine Embolisationstherapie vorhanden sind.
                                                    licher fehlgebildeter Venen.
  Embolisationstherapie: AV-Fehlbildungen (in Abhän- gigkeit von morphologischer Form und Lokalisation des Fehlers).
Der Erfolg einer rein gefäßchirurgischen oder einer kom- binierten Behandlung hängt entscheidend davon ab, zu welchem Zeitpunkt des Lebensalters des Kindes sie beginnt. So liegt bei Kindern mit einem Gefäß-Knochen- Syndrom der optimale Zeitpunkt für den Beginn einer Gefäßchirurgischen Therapie zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr. Dann kann nachfolgend noch mit einer Kom- pensation oder Subkompensation einer bestehenden                                           
Für eine zusätzliche Therapie zur Korrektur der Beinlän-                                                              Beachtung folgender Indikationskriterien bewährt:
  Operationen nur am erkrankten Bein
                                                   - ter Gefäßoperation die erreichte Längenkorrektur nicht ausreicht
  Nach Ende des Wachstums
  Wenn sich keine Indikation für einen gefäßchirurgi-
                     
Die Behandlung des gesunden Beins, wie Ilizarow oder Servelle empfahlen, ist strikt abzulehnen.
Bei der gefäßchirurgischen Behandlung angeborener Ge- fäßfehler haben sich 6 verschiedene chirurgische Takti- ken bewährt, die mit speziellen Indikationen verbunden sind und spezielle chirurgische Techniken erfordern:
  Rekonstruktive Operationen
  Operationen zur Reduktion der hämodynamischen
Aktivität des Gefäßfehlers
  Operationen zur Beseitigung des Gefäßfehlers   Kombinierte Therapie
  Unkonventionelle Chirurgie
  Multidisziplinäre Therapie
2.1 Rekonstruktive Operationen
Sie sind bei angeborenen Gefäßfehlern eher selten indi- ziert. Im arteriellen und auch im venösen Bereich sahen wir bei Kindern Indikationen bei trunkulären kongenita- len Aneurysmen sowie bei kongenitalen Stenosen. Hier                                                       - urgischen Techniken Anwendung.
2.2 Operationen zur Reduktion der hämodynamischen Aktivität des Gefäßfehlers
                                                                -                                                           aber auch im venösen System indiziert. Bei der Therapie von vorwiegend AV-Gefäßfehlern wurde früher die Tech- nik der Skelettierung der zuführenden Fistelarterie pro- pagiert. Dieses Verfahren hat sich nicht bewährt.
Heute kann man derartige Fehler erfolgreicher mit der in- terventionell radiologischen Embolisationstherapie und
14


































































































   12   13   14   15   16