Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V.

Therapie von angeborenen Gefäßfehlern

Prof. Dr. Dr. W. Wohlgemuth

Was sind Gefäßfehler?

Angeborene Gefäßfehler werden auch als Gefäßmalformationen, Angiodysplasien, Gefäßmißbildungen oder, häufig fälschlich, auch als Hämangiome bezeichnet. Sie sind angeborene Fehler im Aufbau des Gefäßsystems, die zu Schmerzen, Schwellung und Hautverfärbungen, aber auch größeren Blutungen oder Organschäden führen können.

Es handelt sich um insgesamt seltene Erkrankungen, deren spezielle Diagnostik und Behandlung, über den süddeutschen Raum hinaus, an der Klinik für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie ( Ansprechpartner OA Dr. W. Wohlgemuth und Dr. G. Leissner ) in enger Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgie, Pädiatrie, Angiologie und Dermatologie des Klinikums Augsburg erfolgt.

Warum eine ausführliche Diagnostik?

Gefäßfehler zeigen nicht nur ein weites Spektrum an Symptomen, sie sind auch ganz unterschiedlich stark ausgeprägt. Auf der Haut ist oft nur die „Spitze des Eisberges“ zu sehen. Um erfolgreich therapieren zu können, auch angesichts der manchmal eingreifenden Therapiemaßnahmen, ist eine aufwändige, ausführliche und fachkundige Diagnostik sowie eine korrekte Einteilung der Gefäßfehler unbedingt notwendig. Nur so können die teilweise eingreifenderen Therapiemaßnhamen sinnvoll eingesetzt werden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die notwendige Therapie von Gefäßfehlern ist abhängig von der Art, Ausdehnung und Lokalisation des Befundes. Manche Fehler bedürfen keiner invasiven Therapie, andere müssen offen operiert werden. Kleinere, unkomplizerte Fehler können auch einer Verödungstherapie zugeführt werden.

Große Gefäßfehler werden unter bestimmten Bedingungen mit einer Lasertherapie oder über eine angiographische Embolisation (Gefäßverschluß über Katheter) behandelt.

Was ist eine Laserinduzierte Interstitielle Thermotherapie (LITT)?

Über eine Punktionsnadel wird durch die Haut eine Laserfaser direkt in den Gefäßfehler eingebracht und das Laserlicht über einen „Lichtdiffuser“ im Gewebe gestreut, so daß ein großes Gewebeareal von dem Laserlicht durchdrungen werden kann. Ziel ist dabei die Entstehung einer lokalen Entzündungsreaktion und Thrombenbildung, die mittelfristig zur Verödung des behandelten Gewebeareals führt.

Die Behandlung wird meist mehrfach (2 – 5 mal) in örtlicher Betäubung durchgeführt, größere Behandlungssitzungen können jedoch auch die Behandlung in Vollnarkose notwendig machen.

Was ist eine Embolisationstherapie?

Über einen durch die Haut in lokaler Betäubung eingebrachten, sehr dünnen Angiographiekatheter werden die betroffenen Gefäße aufgesucht und mit speziellen Medikamenten gezielt verschlossen. Dadurch kann eine weitere, bisweilen lebensbedrohliche Ausweitung von angeborenen Kurzschlüssen zwischen Arterien und Venen verhindert werden.

Die Schwierigkeit dieser Therapieform besteht im gezielten Verschluß der vielen kleinen Gefäßkurzschlüsse selbst, da bei Verschluß nur einiger zuführender Arterien ein Wiederauftreten der Erkrankung wahrscheinlich ist.

Auch bei dieser Therapie sind meist mehrere Sitzungen zum definitiven Verschluß notwendig, eine Vollnarkose ist nur sehr selten notwendig.

Bild 1 zeigt die MR-Angiographie eines Gefäßfehlers am Oberschenkel mit einem Kurzschluß (Pfeil) zwischen Arterie und Vene.

Bild 3 zeigt eine MR-Tomographie mit einer Nadel (Pfeil) im Gewebe zur Interstitiellen Lasertherapie.

n Bild 2 ist ein dünner Angiographiekatheter in einen Gefäßfehler (Pfeil) zur gezielten Embolisation eingebracht.

Bild 4 zeigt den zur LITT verwandten Dioden-Laser. Er arbeitet mit einer in die Laserspitze integrierten Temperatursonde, die die Energieabgabe, abhängig von der Temperatur im Zielgewebe, automatisch reguliert.

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