Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V.

Hier haben wir Übersetzungen, Erklärungen und Kurzinformationen zusammengestellt. In Arztgesprächen, Berichten und Literatur begegnen uns viele neue Informationen zur Erkrankung, neue Fachwörter und Begriffe, die wir hier erläutern.

a

Anastomosierung
Verbindung zwischen Blut-, Lymphgefäßen und Nerven.
Aneurysma
meist asymetrisch, dauerhaft krankhafte Wandausbuchtung eines vorgeschädigten, arteriellen Blutgefäßes.
Angiektasie
Erweiterung von Blut- und Lymphgefäßen.
Angiographie
Röntgenuntersuchung der Blutgefäße. Die mit Kontrastmitteln gefüllten Blutgefäße zeichnen sich dabei als “Schatten” vom Gewebe ab.
Angiom
geschwulstartige Neubildung von Gefäßgewebe durch Gefäßsprossung, gutartig. Hämangiom: ( Neubildung von Blutgefäßen), Lymphangiom (Neubildung von Lymphgefäßen).
Anomalie
Abweichung von der “normalen” Entwicklung.
Arterien
Blutgefäße, die das Blut vom Herzen in den Körper leiten. Sie sind dickwandig und besitzen Muskelzellen.
Arteriographie
Röntgendarstellung der Arterien.
atrophie
Gewebeschwund
AV–Fisteln
(arteriovenöse Fisteln): (= shunts) normalerweise nicht vorhandene Kurzschlußverbindungen zwischen Arterien und Venen.

d

dilatiert
erweitert
Doppler-Ultraschall
schmerzlose und unblutige Darstellung des Blutflusses durch die Blutgefäße. Ultraschallwellen werden durch die Haut ins Gewebe geschickt und die von Blutkörperchen zurückgeworfenen Echosignale aufgezeichnet. Der Arzt kann so Blutströmungsrichtung und -geschwindigkeit, sowie die Schließfähigkeit von Venenklappen beurteilen.

e

elektiv
nur bestimmte Teile ergreifend
Embolie
gefährlichste Folge einer Thrombose. Blutgerinsel können sich von der Gefäßwand lösen und mit dem Blutstrom treibend unter Umständen lebenswichtige Blutgefäße verstopfen. Dadurch kann es völlig überraschend zu Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. In den Venen treibend können Thromben lebensbedrohliche Lungenembolien verursachen.
Embolisation
künstlicher Verschluss von Blutgefäßen
Epiphyse
Endstücke der langen Röhrenknochen mit Wachstumszone(Epiphysenfuge), von der das Knochenwachstum ausgeht. Durch Blockierung der Epiphysenfuge (=Epiphyseodese) an den Extremitäten(=z.B. durch Klammern) kann eine Bremsung oder Korrektur des Längenwachstums erreicht werden.
Exstirpation
operative Entfernung
extrakraniell
außerhalb des knöchernen Schädels

f

Feuermal
(= port-wine-stain) = Naevus flammeus. Durch Kapillarerweiterung bedingte hellrote bis dunkelrote, oft bizarr geformte Flecken verschiedener Größe, besonders im Gesicht und an den Extremitäten.
Fotokoagulation
Verdichtung durch physikalische Faktoren

g

Gefäße
sind die Transportbahnen unseres Organismus für Blut(Blutgefäße) und Lymphe (Lymphgefäße). Bei den Blutgefäßen unterscheidet man Arterien, Venen und Kapillargefäße.

h

Hyperplasie
übermäßiger Anstieg der Zellenanzahl in Geweben oder Organen.
Hypertrophie
übermäßiges Wachstum eines Organs oder einer Körperregion durch Vergrößerung seiner einzelen Zellen.

i

interstitielle
In das Gewebe eindringende
Involution
Rückbildung

k

Kapillare
sind die dünnsten Blutgefäße unseres Organismus. Sie verbinden Arterien und Venen miteinander. Durch die dünnen Wände der Kapillare findet der Sauerstoffaustausch zwischen Blut und Zellen statt. Sauerstoff und Nährstoffe werden aus dem Blut an die Zellen abgegeben, Abfallprodukte wie Kohlendioxid und Schlackestoffe werden aus den Zellen an das Blut zurückgegeben.
Kavernen
Hohlräume
Kompression
eine wichtige Säule in der Therapie von Venenerkrankungen. Durch den Druck von Kompressionsverbänden oder -strümfen auf Haut und Gewebe werden erweiterte Venen zusammengepresst, Venenklappen schließen besser, der Blutrücktransport verbessert sich, Ödeme verschwinden.
kongenital
angeboren
Krampfadern
= Varizen, (althochdeutsch: chrampo=krumm, gekrümmt), Ausgesackte und erweiterte Venen, deren Venenklappen ihre Funktion als Rückschlagventile verloren haben. Krampfadern sind äußerlich sichtbares Zeichen einer Venenschwäche und verschwinden nicht mehr von alleine.
Kryotherapie
Kältetherapie
KTS
Klippel-Trenaunay-Syndrom : bezeichnet eine seltene, angeborene Fehlbildung der Blutgefäße(meistens im Venensystem), seltener auch der Lymphgefäße. Damit verbunden sind Naevus flammeus und Längenriesenwuchs der betroffenen Körperregionen(meistens Extremitäten). Jedes Krankheitbild ist in der Form und Schwere einzigartig. Die Malformationen(Fehlbildungen) enstehen durch eine Fehlsteuerung der Entwicklung von Blut – oder/und Lymphgefäßen innerhalb der ersten zwei Monate der Embryonalzeit. So verbleiben unreife und funktionsuntüchtige embryonale Gefäße in unterschiedlichem Ausmaß zurück. Teilweise werden Kurzschlüsse (Shunts, AV-Fisteln) zwischen den Gefäßen gefunden, welche wiederum zu schweren Durchblutungsstörungen (Absterben der Endglieder, Geschwüre, Ulzera) führen können. Aufgrund der fehlenden Zirkulation im venösen und/oder arteriellen Bereich, kann es zu Wachstumsstörungen der betroffen Extremität (Über- oder Unterlänge), oder zu frühzeitiger Gelenkabnutzung bereits im Kindesalter (z.B. Kniegelenkarthrose) kommen. Darüber hinaus stellen sich zum Teil enorme Schwellungen der Extremitäten aufgrund der fehlenden Durchblutungssituation ein. In nicht seltenen Fällen bleibt den Patienten nur noch die Amputation der betroffenen Gliedmaße. Weitere Folgeerkrankungen können z.B. Skoliose, Beckenschiefstand, verstärkte Blutungsneigung und/oder Wundheilstörungen nach Verletzungen oder Operationen sein.

l

Läsion
Schädigung, Störung, Verletzung
Lymphe
hellgelbe, klare Flüssigkeit im Gewebe unseres Organismus. Sie ensteht durch Austritt von Blutplasma ins Gewebe, fließt in Gewebespalten, tritt in das Lymphgefäßsystem über und wird dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Täglich bilden sich etwa zwei Liter Lymphe, die für die Versorgung der Zellen und den Abtransport von Schlackenstoffen sorgen.

m

Malfunktion
Fehlbildung (angeborene)
Muskelpumpe
den Blutstrom antreibende Wirkung der Skelettmuskulatur auf das Venensystem, besonders in den Beinen. Durch die Muskelbewegung wird das Blut entgegen der Schwerkraft herzwärts gepresst. Venenklappen verhindern das Zurückfließen in die falsche Richtung.

n

Naevus
Mal, Muttermal, angeborene oder später auftretende Fehlbildung der Haut
Nidus
Infektionsherd

o

Ödem
Schwellung durch Ansammlung der wässrigen Lymphflüssigkeit im Gewebe. Häufige Ursache dafür sind Störungen im Venensystem. Aus den Venen wird Flüssigkeit ins Gewebe gepresst. Während der Nacht und bei längerem Liegen bilden sich die Ödeme zurück, da die Venen dann die Flüssigkeit wieder aufnehemen und mit dem Blutstrom abtransportieren können.

p

Panangiographie
Gefäßdarstellung aller Arterien
persistierend
fortbestehend
Phlebographie
Röntgendarstellung der Venen.
pulmonal
die Lunge betreffend

r

Residualzustände
Bestehenbleiben negativer Symptome

s

Septen
Scheidewände
Shunts
AV–Fisteln
Sklerose
krankhafte Verhärtung von Gewebe oder Organen
Sklerotherapie
Auslösung einer örtlichen Sklerose durch Injektion einer entzündungshemmenden Substanz

t

Transfemoral
über die Femoralarterie (Beinarterie)
Thrombophlebitis
Entzündung der Gefäßwand der oberflächlichen Venen.
Thrombose
vollständiger oder teilweiser Verschluß von Blutgefäßen durch ein Blutgerinsel. Diese Thromben bestehen aus Blutplättchen und Eiweißfäden. Ein teilweiser Verschluß kann meistens durch körpereigene Faktoren (Heparin, Urokinase u.a.) wieder vollständig aufgelöst werden. Thrombosen können sich entwickeln durch: 1. eine geschädigte Gefäßwand, an der sich vermehrt Blutplättchen ansammeln und verklumpen (Entzündung, Verletzung…), 2. Zirkulationsstörungen durch Blutrückstau oder Bewegungsarmut (OP, Flug…), 3. veränderte Blutzusammensetzung. Gefährlichste Folge einer Thrombose ist die Embolie.

v

Vaskuläre Anomalien
die Gefäße betreffende Fehlbildungen
Venen
heißen alle kleinen und großen Blutgefäße, in denen das Blut zum Herzen strömt. Venen haben dünnere Wände und sind dehnbarer als Arterien. Die Venen in den Beinen verlaufen in drei Systemen: als oberflächliche unmittelbar unter der Haut, als tiefe Venen innerhalb der Beinmuskeln und als Verbindungsvenen zwischen den oberflächlichen und den tieferen Venen. Die größeren Venen besitzen im Abstand weniger Zentimeter taschenförmige Venenklappen.
Venenklappen
befinden sich in den Venen. Sie können sich wie ein Rückschlagventil öffnen und schließen, und sichern so, dass das Blut nur in Richtung Herzen fließen kann. Unterstützt werden sie dabei durch die umliegenden Muskeln, die bei jeder Bewegung die tiefen Venen auspressen.
Venolithen
verkalkte Reste von Blutgerinnseln in Venen
viszeral
die Eingeweide betreffend

z

zerebral
das Gehirn betreffend
Bundesverband Angeborene
Gefäßfehlbildungen e.V.
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45478 Mülheim an der Ruhr
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